Von Chivay nach Puno
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| Der Passübergang und die höchste Stelle, Mirador de los Volcanes, auf dem Weg vom Colca-Tal zum Titicaca-See. |
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| Ein weiterer Busstopp am Lago Lagunillas |
Mit dem teureren Touristenbus ging es von Chivay nach Puno. Die Fahrt dauerte ca. 6 Stunden und es wurde an verschiedenen Plätzen gehalten. Wir erreichten Puno, als es schon dunkel war. - Die Hauptstadt des gleichnamigen Departements liegt auf 3830 m Höhe. Und wurde wahrscheinlich 1668 durch die Spanier gegründet. Das beeindruckendste an der Stadt ist die schöne Lage am Titicaca-See. Die Stadt selbst hat neben dem Platz vor der Kathedrale und der Kathedrale selbst wenig zu bieten. Interessant sind vor allem die Ausflüge auf die Inseln. Wir machten uns am Morgen zu Fuß auf dem Weg zum Hafen und hatten eigentlich vor, mit einem öffentlichen Boot zu fahren. Zwischendurch wurden wir abgefangen und landeten in eine der üblichen Touren in das Lebensgebiet der Uru-Nachfahren am Rande des Sees, nur eine halbe Stunde vom Hafen Punos entfernt.
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| Eines der wenigen interessanten Fotomotive innerhalb der Stadt. |
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| Am Hafen von Puno |
Eine der Hauptattraktion am Titicaca-See ist der Besuch der Volksgruppe der Uro-Nachfahren. Da es keine archäologischen Überreste gibt, weiß man nicht, wann genau die Uros begannen, auf Schilfinseln zu leben. Sie nutzten die Eilande, um sich vor den Colla und Inka zurück zu ziehen, von denen sie als minderwertige Wesen betrachtet wurden. Auf den Inseln führten sie ein autarkes Leben, denn das üppig im seichten Uferbereich des Sees wachsende Schilf, versorgte sie mit allem Lebensnotwendigen.
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| Der sogenannte Mercedes unter den Booten, mit denen die Besucher innerhalb des Wohngebietes der Uros herum gefahren werden. |
Heute leben einige 1000 Menschen, verteilt auf circa 100 Schiffsinseln in der Bucht von Puno. Etwa die Hälfte der Bewohner hält sich nur tagsüber auf eine der Inseln auf und kehrt abends zum Festland zurück.
Die letzte Insel wäre wahrscheinlich längst untergegangen und mit ihr eine einmalige Lebensform, gäbe es nicht den beständigen Strom von Touristen, die einmal auf dem weichen Untergrund der Inseln herumlaufen oder in einem Totora-Boot fahren möchten.
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| Neben der Information über die Lebensweise der Uros, werden Handarbeiten und weitere Souvenirs angeboten. Der Besuch der engen Hütte gehört auch dazu. |
Die wenig authentische Show degradiert die Bewohner zwar zu Statisten, ermöglicht ihn aber ein spärliches Zubrot. Das Leben der Menschen auf den schwimmenden Schilfplattformen ist existenziell mit den Schilfsbeständen der Uferbereiche verbunden, denn die Inseln bestehen aus mehreren Schilfschichten, die ständig erneuert werden müssen. Während der Schilf an der Unterseite der Insel verrottet, wird oben eine neue Schicht aufgetragen. Die Inseln müssen ständig ausgebessert werden, da sich das Schiff mit Wasser voll saugt, verrottet und abzusinken beginnt.
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| Mit den Objekten wurde von einem Einwohner der Insel die Lebensweise der Uros veranschaulicht. Ursprünglich lebten sie auf einem Boot, das sie mit einem Schilfdach bedeckten. |
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| Die Grundschule der Uro-Kinder |
Ausflug zu den Grabtürmen von Sillustani
Der Ausflug zu den Uros dauerte nur ein paar Stunden, sodass wir den Nachmittag noch zur Verfügung hatten. Beim Kauf einer Schiffspassage für den nächsten Tag zur Insel Taquile wurden wir von einem geschäftstüchtigen Mitarbeiter einer Agentur überzeugt, den Nachmittag doch für einen Ausflug zu den Grabtürmen von Sillustani zu nutzen. Den Touristen wird es ja so leicht gemacht, 2 Stunden später holte uns der Bus direkt vom Hotel ab…
Mitte des 18. Jahrhunderts berichteten spanische Chronisten, verwundert über große Grabtürme, die aufwändig aus mächtigen Steinblöcken errichtet worden waren. 40 Stätten mit gemauerten Grabtürmen hat man im Departement Puno gefunden. Die meisten von ihnen stammen von den Colla, einem Hochland-Volk. Sie bauten mehrere Meter hohe, meist runde Steintürme mit leicht nach außen geneigt Mauern, die mit einem Strohdach oder einer Steinplatte abgedeckt wurden. In den geräumigen Türmen begruben sie hohe Würdenträger, die nach ihrem Tod samt Familie, Dienern, Nahrung und Besitztümern in den geräumigen Steintürmen eingemauert wurden. Die gefundenen Mumien hocken in gebeugter Haltung, die Körper waren mit Pflanzenfasern eingeschnürt.
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| Zwölf Chullpas wurden in Sillustani errichtet, die älteren in sehr rustikaler Bauweise aus Lehm und kleinen Steinen, andere aus abgerundeten und passgenau ineinander gefügten Blöcken aus Vulkangestein. |
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| Ein fantastischer Blick über den See Laguna de Umayo. |
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| Die Inka scheinen die Begräbniskultur der Colla übernommen zu haben. Dabei haben sie die Türme architektonisch verfeinert. Das passgenaue Ineinandergreifen der Blöcke aus Vulkangestein deutet auf die Kultur der Inka hin. |
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| Als die Spanier das Land eroberten, wurde die Arbeit an diesem Grabturm abgebrochen. Man sieht noch die Rampe, auf der die Quader, die aus den Steinbrüchen am See stammen, nach oben geschleift wurden. |
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| Die bekanntesten Grabtürme liegen in Sillustani, am Rande der Laguna de Umayo. |
Ferien wie auf einer griechischen Insel - Taquile
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| Nach einer dreistündigen Fahrt über den See nähert man sich der Insel. |
Vor 8:00 Uhr fanden wir uns am Hafen von Puno ein. Kaum hatten wir das Schiff betreten, organisierte uns der gestrige Verkäufer der Schiffspassage auch schon eine Übernachtung. Samuel, ein älterer Mann in traditioneller Tracht, wollte uns beherbergen. Das Schiff startete verspätet. Zunächst ging es wieder zum Lebensbereich der Uros. Eintritt musste bezahlt werden. Bei den zwei circa 30-minütigen Stopps verließen wir - Markus und Michael - das Boot nicht. Es fand eine ähnliche Info- und Verkaufsshow statt, wie wir sie schon erlebt hatten. Beim zweiten Halt gab es wieder das einfache Restaurant mit der Möglichkeit Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Endlich hatte das Schiff den Uro-Lebensbereich verlassen. Zunächst fuhr das Schiff durch eine Fahrrinne, die durch das Schilfgras führte. Dann ging die Fahrt noch circa 2 Stunden über den Titicaca-See bis zum Hafen der Insel.
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| Das Boot hat im Hafen von Taquile angelegt. Samuel hat viel zu schleppen. |
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| Teil des Marktplatzes mit Restaurant und Kirchturm. Den Dorfplatz betritt man durch den Bogen der Freundschaft, dem Eingangstor zum Dorfplatz. |
Zunächst musste man einen steilen Anstieg von 536 Stufen bis zum Dorfplatz bewältigen. Das einzige Restaurant der Insel, das geöffnet war, wird von der Inselbevölkerung gemeinsam geführt, die Familien wechseln sich mit dem Betrieb ab. Es gab das typische Gericht, Regenbogen-Forelle, Kartoffeln und Reis mit einer kleinen Beilage eingelegten Gemüses. Beim Essen lernten wir eine junge Frau aus Puno kennen, mit der wir uns gleich ganz gut verstanden und da sie die Insel am gleichen Tag wieder verließ, verabredeten wir uns mit ihr für den nächsten Abend in einem Café in Puno.
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Wenn die Touristen mit dem Boot um ca. 12:00 Uhr mittags gelandet sind, gibt es auf dem Dorfplatz eine Tanz- und Musik-Performance in traditionellen Kleidern.
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Die Sitten auf Taquile sind streng und die Tradition ungebrochen. Die Einnahmen aus den Überfahrten durch die Touristen fließen in die Gemeindekasse. Da bis in die sechziger Jahre die Bewohner als Leibeigene arbeiteten und erst durch Landkauf ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erweiterten, ist der Landkauf auf der Insel verboten. Wie zu den Zeiten des Inka-Reiches vereint der Ältestenrat die gesamte Macht der Insel. Er öffnete zwar Anfang 1980 die Insel für den Tourismus, verhindert aber bis dato den Bau jeglicher kommerzieller Unterkunft fremder Investoren.
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| Mit unserem Herbergsvater Samuel besuchten wir am Nachmittag die Grundschule der Insel, sprachen mit dem Schulleiter und durften auch einen Blick in einen Klassenraum werfen. |
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| In einer Klasse lernen nur zwölf Kinder. Der Klassenraum ist ansprechend gestaltet. |
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| Samuel führte uns zu den Resten der Colla bzw. der Inka Kultur. |
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| Historische Insel-Ruinen |
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| Ruinen der Inkas |
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| Ein über Jahre perfekt ausgebauter Weg führt bis zum Ende der Insel hinunter zu einem Sandstrand. |
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| Die roterdige Insel ist 6 km lang und 1 km breit. |
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| Möwen fliegen auf, als wir den Strand betreten. |
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| Auf der Insel gibt es keine Autos, man bewegt die Produkte entweder auf dem Rücken oder mit wenigen Motorrädern. |
Missionare konnten den Geister-Glauben auf Taquile nicht unterbinden und ein Gesetz der Freundschaft ist es, sich beim Vornamen anzusprechen. Die Frauen in ihren roten Jacken, schwarzen Röcken und mit ihren Kopfumhängen spinnen, so scheint es, pausenlos, während die Männer mit ihren langen Zipfelmützen daraus ihre schönen Textilien stricken.
Der Tourismus auf Taquile hat natürlich auch andere Seiten. Die Bewohner der Insel sind inzwischen in zwei Klassen zerfallen. Ein Teil hat sich schnell eine Lehmhütte mit zwei Betten gebaut und verkauft auf den Ständen an der Plaza seine Handarbeiten. Der andere Teil wohnt zu weit vom Hauptort entfernt, um am Geld der Touristen partizipieren zu können. Noch kommt man auf der Insel ohne Wasserleitung und ohne Polizeistation aus, Solarzellen bzw. eine Solaranlage sorgen für Strom für Lampen, Radio und Fernseher.
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