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Donnerstag, 30. November 2023

Santiago de Chile

 Santiago de Chile


Zwischen Hochhäusern 

Diesmal hat sich Markus durchgesetzt und wir sind in ein gut ausgestattetes 2-Zimmer Apartment im 12. Stock eines Hochhause bei der Metro-Station Lucia im Zentrum von Santiago eingezogen. Abends blicken wir in die erleuchteten Fenster des Energieversorgers Enel. Heute hatten wir Besuch von unseren irischen Freunden. Sie haben uns geholfen, die komplizierte Buchung für den W-Treck im Wandergebiet des Torre de Paine in Patagonien vorzunehmen. Alleine hätten wir das nicht hinbekommen. Wir sind den flinken, jungen Leuten so dankbar! Wir hatten leckere Süßkirschen sowie verschiedene Empanadas gekauft, dazu gab es Nescafé. Es war wie eine Bewirtung in der eigenen Wohnung und kein Treffen im unpersönlichen Hotelfoyer.

Eigentlich haben wir in der Stadt nur zwei Museen und drei Parks besichtigt. Das eine Museum der präkolumbischen Kunst liegt mitten in der Stadt, ringsherum Fußgängerzonen wie in europäischen Hauptstädten. Das Museum der Erinnerung und Menschenrechte betritt man direkt, wenn man die untere Etage der Metro verlassen hat. Es liegt in der Nähe eines kleinen Parks, wo sich auch die Gedenkstätte für Alexander von Humboldt befindet. 

Am Rande der Altstadt liegt der Cerro Santa Lucía, eine grüne Parkoase auf einem Hügel, auf dem Santiago gegründet wurde. Schon im 19. Jahrhundert und als Teil eines Verschönerungsplanes für Santiago, speziell in Vorbereitung auf die „100 Jahrfeier der Chilenischen Republik“, wurden die Festungsbauwerke auf dem „Santa Lucía“ geschleift: Fußwege, eine Kapelle auf der Hügelspitze, mehrere Brunnen und Erker gebaut und schließlich einige Bäume angepflanzt, so dass der Hügel heute einen parkähnlichen Charakter besitzt.


Zunächst geht es diese eleganten Treppen auf den Hügel Santa Lucia hinauf.




Santiago wurde am 12. Februar 1541 von Pedro de Valdivia unter dem Namen „Santiago del Nuevo Extremo“ gegründet. Der Name sollte an die spanische Wallfahrtsstadt Santiago de Compostela erinnern. Im selben Akt wurde die Umgebung zur Provinz „Nueva Extremadura“ erhoben. Valdivia wählte den Ort, weil der Río Mapocho hier eine größere Insel bildete. Diese Lage war günstig, um die Stadt gegen die Angriffe der Mapuche zu verteidigen. 
Neptun und eine Nymphe umbraust vom Autoverkehr, dahinter der Cerro de Lucia.

Das Gerichtsgebäude

Das präkolumbische Museum zeigt Kunst- und Alltagsgegenstände der Völker Süd- und Mittelamerikas vor der Eroberung durch die Spanier. Sehr sehenswerte Artefakte und aufschlussreiche Kommentare auch in Englisch. 


Eine Grabbeilage. Man achte auf die Kokakugel in seiner Backe.

Die Mapuche, ein Volk aus dem Süden Chiles, stellten diese Holzfiguren neben die Gräber führender Personen.

Auf dem Weg zum Hügel San Cristobal
Eigentlich wollten wir ins Museum der schönen Künste. Dieses war wie andere Museen auch  wegen eines mehrtägigen Streiks geschlossen. Da der Hügel San Cristobal in der Nähe lag, setzten wir unseren Weg dorthin fort.

Ein Stadtviertel mit farbig gestalteten Häusern und einigen Kneipen und Clubs liegt am Fuße des Berges San Cristobal.

Der Cerro San Cristóbal mit dem „Parque Metropolitano“ ist ein in die Stadt hineinragender Vorläufer der Anden, dessen Gipfel mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Wir erklommen den Berg natürlich zu Fuß. Oh, wie war es angenehm mal wieder jenseits von 4000 Höhenmetern einen Berg zu besteigen! 
Auf dem Berg befinden sich unter anderem der Zoo von Santiago, eine Kirche, ein Amphitheater und eine 22 Meter hohe Marienstatue, ein Wahrzeichen der Stadt.


Blick vom Fuße der Marienstatue über die Stadt. Fast wie auf dem Kreuzberg, nur ein bisschen höher!

Das Museum der Erinnerung und Menschenrechte

Nach der brutalen Niederschlagung der Regierung Allendes und der Verfolgung der linken und demokratischen Aktivisten setzte international eine Solidaritätsbewegung mit Chile ein. Die Plakate dokumentieren dieses. 

Am 11. September 1973 putschte das Militär unter Augusto Pinochet und blockierte die Verkehrswege und Kommunikation. Mit Kampfflugzeugen der Luftwaffe bombardierten sie in den frühen Morgenstunden den Präsidentenpalast „La Moneda“. Gegen 14:00 Uhr begann die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an, nur er selbst blieb im „Saal der Unabhängigkeit“ zurück und nahm sich dort das Leben. -  Auf einer riesigen Wand sind die Fotos der Ermordeten und Verschwundenen dokumentiert. Mithilfe einer Datei auf einem großen Computer-Bildschirm kann man sich über das Leben der jeweiligen Person informieren. Sehr eindrucksvoll!

Der Brunnen auf dem Plaza de Armas. Hier waren wir bei unserem ersten Abend in Santiago. 

Die Kathedrale am Plaza de Armas 

Eine Seite des Plaza de Armas. Rechts das historische Postgebäude.


Montag, 27. November 2023

Chile, St. Pedro de Atacama, Valle de la Luna

  San Pedro de Atacama

Die Kommune San Pedro de Atacama befindet sich innerhalb der Atacama-Wüste, einer der trockensten und einsamsten Landschaften der Erde. Über eine Fläche von 23.438 km², in zahlreichen kleinen Siedlungen verstreut, gibt es lediglich ca. 11000 Einwohner.

In der Fußgängerzone gibt es unzählige Reiseagenturen, die Ausflüge und Mehrtagestouren in die Salzwüste nach Bolivien, zu spektakulären Geysiren oder zum Sonnenuntergang ins Valle de Luna anbieten. - Die Konstruktion der Stadtanlage stammt von den spanischen Eroberern.

Die strahlend weiße Kirche ist eine der wenigen Attraktionen von San Pedro und zählt zu den ältesten Kirchen Chiles.

In San Pedro gibt es nur einstöckige Häuser im Zentrum.

Das Rathaus. Das Zentrum hat die spanische Kolonialverwaltung im späten 16. Jahrhundert inmitten der älteren indigenen Siedlung ihr Verwaltungszentrum errichtet. Die koloniale Siedlung ist gekennzeichnet durch eine Plaza de Armas an der sich Kirche und Rathaus befinden und durch das rechtwinklige Anlagemuster einiger Straßen.

Eine schattenspendende Oase ist der schönste Platz - Plaza de Armas - des Ortes.

Wir blieben drei Nächte in San Pedro und setzten dann unsere Reise nach Santiago de Chile fort. Die Atmosphäre in der Kleinstadt hat uns gut gefallen. Vor allem die kleinen autofreien Straßen boten ein lebendiges Bild in der Mischung von einheimischen und ausländischen Touristen, Einheimischen und  freakigen  Typen, die aussahen als wären sie aus den 70er Jahren herbei gebeamt worden. Zwei Abende haben wir mit unseren irischen Reise-Bekannten verbracht. Einmal in einem Restaurant und beim zweiten Mal haben wir uns in die lauteste Kneipe des Ortes begeben. Angeblich konnte man nur hier ein Getränk zu sich nehmen, ohne ein Essen zu bestellen. Wenn man laute Heavy Metal Musik mag, ist man hier genau richtig (Ohrstöpsel einstecken!)

Bei Sonnenuntergang war die Sicht klar und der Vulkan Licancabur gut zu erkennen. 

Ein weiterer origineller Typ war Gustavo, das alte Faktotum von „Siete Colores“, der kleinen, gemütlichen Anlage, in der wir zunächst zwei Nächte gebucht hatten. Da er uns, vermutlich ohne Wissen seines Chefs, der sich in Santiago aufhält, eine weitere Nacht vermittelt hatte, kam er in große Schwierigkeiten, als sich plötzlich eine große Reisegruppe über booking.com anmeldete und ihm das Zimmer fehlte, das Gustavo uns unter der Hand vermietet hatte. Gustavo flehte uns an, uns eine neue Unterkunft zu suchen. Pustekuchen! Zusammen mit Michael marschierte der gestresste Gustavo dann los und fragte in der Nachbarschaft nach Unterkünften. Nach mehreren Absagen und durch Michael abgelehnte Absteigen, wurde er bzw. wir fündig. Gustavo musste aber den Aufpreis der teureren Unterkunft vermutlich aus eigener Tasche bezahlen. Wir machten dann netterweise am Nachmittag den Umzug in die neue Unterkunft. Gustavo war uns sehr dankbar und entschuldigte sich viele Male. 

Ausflug ins Valle de la Luna 

Am Ende des Parks stehen die drei Marien - wir befinden uns in einem katholischen Land. Mehr hat die Erosion nicht von ihnen übrig gelassen. In früheren Zeiten soll dies ein Opferplatz gewesen sein, er hat damals aber anders geheißen nämlich:  Die Wächter.

Tal des Mondes“ nennen die Chilenen die verdorrte Steppe der Atacamawüste, weil die weite Landschaft mit ihren grotesken Salzformationen an die Oberfläche des Mondes erinnert. Aufgrund der extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ist hier fast keine Vegetation möglich und die Erde hat anstelle von Pflanzen kilometerweit Salzkrusten zum Vorschein gebracht. Die bizarren Formationen ragen über zwei Meter aus dem Boden – dahinter thronen mächtige Sanddünen. 
Eine riesige Sanddüne, vom Wind scharf geschnitten. Dahinten das sog. Amphitheater.

Hier sieht man nicht, wie heiß es war. Es waren bestimmt 40° um die Mittagszeit. Irgendwann hatten wir auch nichts mehr zu trinken.


Es war nicht erlaubt, die Sanddünen zu betreten. Deswegen sehen Sie auch noch so unberührt aus.

Der beste Spot für ein Foto!

In der Stadt hatten wir uns Mountainbikes ausgeliehen. Innerhalb der Ausleihzeit von 6 Stunden schafften wir es, zum Valle de Luna zu fahren und uns die wichtigsten Spots anzusehen, beziehungsweise zu erwandern. 

In der Ferne sieht man die Hochebene mit den Vulkanen. Dort ist auch die Grenze mit Bolivien. Der Weg führt aus dem Valle de Luna zurück nach St. Pedro.

Samstag, 25. November 2023

Fahrt durch den Süden Boliviens

 Uyuni und die Salzwüste

Mit dem Nachtbus sind wir von La Paz nach Uyuni gefahren, circa 550 km Richtung Süden. Morgens erlebten wir den Sonnenaufgang im Bus. In Uyuni angekommen - Michael hatte trotz der bequemen Liegesitze nicht schlafen können - frühstückten wir in einem Restaurant. Gegen 10 Uhr ging die Tour mit dem Jeep los. Wir waren zu siebt im Wagen. Der Fahrer, der Guide Iwan, die Irländer Rosa und Rory, der in den USA lebende Inder Shey und wir zwei. Gebucht hatten wir die Tour in La Paz. Jeeptour durch den Süden Boliviens, mit dem Besuch einiger Attraktionen, Verpflegung, zwei einfache Übernachtungen sowie den Transfer nach St. Pedro de Atacama in Chile. Zunächst ging es zum Eisenbahnfriedhof.

Ein Alien aus den gleichnamigen Filmen komplett aus Altmetall zusammengebaut am Randes des Eisenbahnfriedhofs.


Im Jahr 1872 wurde mit dem Bau der Ferrocarril de Antofagasta a Bolivia, der ersten Eisenbahnstrecke Boliviens, begonnen. Sie diente dazu, Rohstoffe wie Natriumnitrat und andere Salze, aber auch Metalle wie KupferSilber und Gold, aus den Minen im Landesinneren in die Hafenstädte am Pazifischen Ozean zu transportieren. Als die Bahnstrecke am Ende des 19. Jahrhunderts Uyuni erreichte, wurde in der Stadt ein Eisenbahnbetriebswerk errichtet. Uyuni entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknoten. Etwa in den 1940er Jahren brach die örtliche Industrie zusammen, die meisten der Edelmetallminen wurden von den Betreibern aufgegeben. (wikipedia)

Auf dem größten Eisenbahnfriedhof der Welt in Uyuni.

Nach dem Eisenbahnfriedhof ging es nach Cochani, wo Iwan uns in einem kleinen Betrieb über die Salzgewinnung informierte. Dort gab es auch ein Mittagessen.

Der Salar de Uyuni liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 m und gehört zu den Landschaften des Altiplano. Der Eingangsbereich der Salzwüste mit Fahnen aus aller Welt - ein beliebtes Fotomotiv.

Mit einer Fläche von 10.582 km² hat das Becken eine größere Flächenausdehnung als beispielsweise NiederbayernDie unter der Oberfläche liegende Sole reicht „bis zu 72 Meter“ oder sogar „mindestens 121 Meter“  in die Tiefe. Sie ist die größte Salzfläche der Welt. Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt der Salar de Uyuni äußerlich einem zugefrorenen See. Er ist so gut wie frei von jeglicher Art von Lebewesen, aber Brutplatz einiger nur in Südamerika vorkommender Flamingo-Arten. Während der Regenzeit kann die Salzkruste lokal mit mehreren Dezimetern Wasser bedeckt sein; etwa von Ende Juni bis zum Beginn der Regenzeit Anfang Dezember ist der Salar trocken. 


Markus kämpft gegen einen Saurier. Hier wird die Trickproduktion verraten !



Man braucht vor allem ein paar gute Ideen und einige Requisiten. Beim Fotografieren hilft  ein gutes Auge.


Inmitten der Salzpfanne, etwa 80 Kilometer von Uyuni entfernt, liegt die Isla Incahuasi (Quechua für Haus des Inka), die für ihre vielen meterhohen und teilweise mehr als 1200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt ist. In der Trockenzeit kann sie über Colchani mit dem Fahrrad erreicht werden, bei noch bis zu 20 Zentimetern Wasserbedeckung auch per Jeep.


Die nahezu verlassene Stadt Julaca. Hier wurde einst Borax abgebaut.

Ein Junge kurz vor acht Uhr auf dem Weg zur Schule. In dem Dorf gibt es noch 200 SchülerInnen.


Zwei Jungen vor ihrem Klassenzimmer.

Endlich haben wir es mal geschafft, ein Foto von einem scheuen Vikuna zu machen. Sie stehen in Peru und in Bolivien unter Naturschutz.

Lamas sind einfacher zu fotografieren, allerdings heben sie so selten den Kopf, und wenn sie sich gestört fühlen, drehen sie einem ganz schnell das Hinterteil zu.

Lamas waren für diese beiden Herren kein Thema. Eher ging es um die Arbeitsbedingungen bei Intel in Phoenix oder bei Scherr in Saarbrücken.

Ein Vogel Strauß mit seinen Jungen - nicht im Bild - zwischen einer  Herde Lamas. Zum Glück hat Michaels  Kamera ein gutes Objektiv. Die meisten, älteren Handy-Kameras versagen hier.

Ein gestrandeter Saurier und man beachte die beiden Herren. 

Nein, das ist kein moosbewachsener Stein, sondern eine Pflanze.

Eine der zahlreichen Vulkanberge auf dem so genannten Ring of Fire. Und ganz klein sieht man unsere Reisebekanntschaften aus Dublin.

Ein weiterer Salzsee.

Wir besuchten mehrere Seen, in denen sich große Gruppen von Flamingos aufhielten. Auch nicht so einfach zu fotografieren, wenn man kein gutes Objektiv hat.




Die sogenannte Rote Lagune ist ein Rückzugsort für Flamingos. Die rote Farbe des Sees entsteht durch Plankton, das auch den Flamingos ihre rote Farbe verleiht.


„El Arbol de Piedra“. Dieses Naturdenkmal ist eine geomorphologische Formation in der Form eines Steinbaums, der durch Winderosion entstanden ist.

Flamingos in der roten Lagune

In dieser Region im Süden Boliviens gibt es auch Geysire.



Hier blubbert und spritzt es!

Sonnenuntergang am See. Dieser liegt  gegenüber von unserer einfachen Unterkunft.

Unterhalb unserer Herberge befanden sich heiße Quellen. Nach dem Essen entspannte sich unsere Reisegruppe in dem heißen Becken und bestaunte den leuchtenden Vollmond.

An dieser Stelle fand unser Abschiedsfoto statt. Im Hintergrund ein Vulkan, der schon zur Hälfte zu Chile gehört. Wenige 100 Meter entfernt ist die erste Kontrollstelle der bolivianischen Grenze. Später gab es dann die zweite Kontrollstelle, dann kam erst die chilenische Grenze und dann die chilenische Kontrollstelle. An der chilenischen Grenze warteten viele Reisebusse. Dort wurden alle aufgenommen, die die Reise durch den Süden Boliviens unternommen hatten und sie in Chile fortsetzen wollen. An der chilenischen Grenzstelle wurde vor allem kontrolliert, ob man Lebensmittel mitführt. Jede kleine Nusstüte wurde untersucht und in den von uns beobachteten Fällen genehmigt. Nachdem wir stundenlang auf bolivianischer Schotter- und Sandpiste gefahren waren, waren wir etwas verwundert, dass es auf chilenischer Seite asphaltiert, mit üblicher Straßenbeschilderung, weiterging. Den Chilenen geht es halt deutlich besser als  den Bolivianer. - Wir kamen bereits gegen 11:00 Uhr in Sankt Pedro de Atacama an. 

Bogota, letzte Station unserer Südamerika-Reise

  Bogota Höhenlage: Bogotá liegt auf einer Höhe von etwa 2.640 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit eine der höchstgelegenen Hauptst...