Fahrt ins Colca-Tal
Ein Taxi brachte uns zum Busbahnhof außerhalb der Stadt. In einer großen Halle wurden die Zielorte der Busse ausgerufen und man konnte an vielen kleinen Geschäften Proviant für die Fahrt kaufen. Der Bus benötigte mehr als eine Stunde, um aus dem Stadtgebiet von Arequipa heraus zu kommen. Die 164 km lange Fahrt bis Chivay am Anfang des Colca-Tals, geht zunächst über eine neue asphaltierte Straße zur Hochebene Pampa Canahuas auf 3800 m Höhe. Vom Bus aus sahen wir einige der scheuen und grazilen Vikunas.
 |
| Der Vulkan Misti, jetzt von der anderen Seite. |
 |
| Die Pampa mit einem Feuchtgebiet |
Nach 131 km ist der Patapampa-Pass auf 4800 m ereicht. Von der Passhöhe beginnt die kurvenreiche Fahrt ins Colca-Tal. In Chivay machte der Bus einen kurzen Stopp, um dann durch das Tal und kleinere Dörfer bis nach Cabanaconda - unserem Zielort - zu fahren.
 |
| Blick aus dem Bus auf Chivay |
Der Rio Colca hat in Jahrmillionen eine tiefe Schlucht gegraben. An der tiefsten Stelle bis zum höchsten umliegenden Berggipfel ist die Schlucht bis zu 3400 m tief. Über 100 km zieht sich die Schlucht westwärts. Das Tal gehört zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produktionsstädten Perus. An den terrassierten Berghängen werden Mais, Bohnen und Kartoffeln neben weiteren Obst- und Gemüsesorten angebaut. In der Region gibt es über 170 verschiedene Vogelarten und über 20 Kakteensorten.
 |
| Der Hauptplatz von Cabanaconde mit dem Denkmal des Kondors. |
 |
| Eine große Kirche für einen kleinen Ort. Am Samstagabend saßen ganze drei Personen im Gottesdienst. |
Abends erreichten wir nach sechsstündiger Fahrt Cabanaconde. Unsere Unterkunft im einfachen, aber freundlichen Casa Antonio (sowie die Übernachtung in Oasis) hatten wir bei Pedro Tours in Arequipa gebucht. Abends gingen wir in die bei Touristen beliebte, von einem Niederländer geführte Pizzeria (super lecker die Pizza Vegetariana). Um 6:00 Uhr klingelte das iPhone, die Tagesrucksäcke hatten wir am Abend gepackt, die großen Rucksäcke ließen wir im Haus.
 |
| Blick in den kleinen Garten aus der ersten Etage des Hauses. |
 |
| Vor dem Casa Antonia |
Nach dem Frühstück starteten wir frohgemut um 7:00 Uhr in Richtung Ortseingang, um den Weg zum Einstieg in die Schlucht zu finden. Eine ungenaue Karte, Fehlinformation von Passanten, Fehldeutungen der Wegstrecke führten dazu, dass wir mehr als eine Stunde brauchten, um die Dame mit den teuren Eintrittskarten zu finden, die am Beginn des Abstiegs in der Schlucht saß. Immerhin hatten wir vom Mirador San Miguel eine fantastische Aussicht auf die Schlucht und schon auf Oasis, dem Ziel unserer Tages-Wanderung.
 |
| Das Käppi in der Unterkunft vergessen, jetzt kommt das Tuch zum Einsatz. |
Rund 6 km ging es in Serpentinen abwärts bis zum Grunde der Schlucht. Den Rio Colca überquerten wir auf einer großen Holzbrücke.
 |
| Sehr genau hinschaut, erkennt man Markus unterhalb des Felsens. |
 |
| Die Brücke über den Colca-Fluss |
Erneute Kontrolle der Eintrittskarten hinter der Brücke. Nach einer kurzen Steigung ging es am fruchtbaren Berghang entlang, der auch landwirtschaftlich genutzt wird.
 |
| Der Ort San Juan besteht nur aus wenigen Häusern. Aber es gibt einen überdachten Fußballplatz mit einem intakten Spielfeld. |
Bei der freundlichen Lodge Gloria ließen wir uns von dem Betreiber zu einem mehrgängigen Mittagessen überreden. (Eier, Avocados, Kartoffeln). Zubereitet wurde das Essen auf einen mit Holz befeuerten Ofen. Voll gefuttert setzen wir die Wanderung fort. Zunächst ging es weiter am grünen Hang entlang, dann leicht aufwärts in eine Schlucht, eine offene Wasserleitung aus Beton begleitete uns. Am Boden der Schlucht überquerten wir eine kleine Brücke und dann ging es steil unter voller Mittagssonne einen Seitenhang aufwärts zum Dorf. Anstrengend!
 |
| Der Aufstieg in der Mittagshitze war eine Herausforderung. |
Vom schmucklosen Dorf Cosnirhua ging es weiter auf einer nicht befahrenen Straße zum nächsten Dorf Malata. Hier gab es sogar einen gepflegten Dorfplatz mit Aussichtsplattform.  |
| Kirchlein in Malata |

|
Das Dorf Matala am Berghang. Von Matala ging es auf einer neuen Schotterstraße über eine Hochebene abwärts in Serpentinen nach Sangalle bzw. Oasis.
|
 |
| Die Hochebene wird auch landwirtschaftlich genutzt, aber sie scheint aufgrund der permanenten Sonneneinstrahlung nicht besonders viel Ertrag zu bringen. |
 |
| Das Ziel in Sichtweite. Jetzt geht es nur noch abwärts und dann in einen der Pools. |
 |
| Bald ist Oasis erreicht. |
Am Grunde der Schlucht überquerten wir erneut den Fluss Colca, ein leichter Anstieg und wir standen im blüten- und pflanzenreichen Garten Eden. Ein optimaler Standort für tropische Pflanzen mit ausreichend Wasser und Sonne im Überfluss. Das Grundstück unserer Übernachtung war nicht ganz so romantisch. Mehrere angefangene Betonbauten zerstörten die mögliche Idylle.
 |
| Und noch einmal den Colca-Fluss von der Brücke nach Oasis aus aufgenommen. Oasis liegt auf 2200 m. |
 |
| Hier übernachteten wir in einer einfachen Hütte. Auf dem großen Grundstück wurde an mehreren Ecken gebaut. |
 |
| Die Früchte in Nachbars Garten |
Michael stürzte gleich in den Swimmingpool. Markus zeigte sich zunächst etwas wasserscheu. Das Wasser war angenehm warm und das Becken hatte eine ausreichende Tiefe, so dass man richtig gut schwimmen konnte.
 |
| Selten habe ich mich so auf kühlendes Wasser gefreut. |
 |
| Yoga vor der Hütte am Morgen |
Abends kamen dann noch ziemlich viele Wanderer zu der Unterkunft und um 19 Uhr verteilte der Chef des Hauses mit seinen jungen Gehilfen das Essen an alle. Es gab Suppe und Hühnerbrust mit Reis und Gemüse. Wir verbrachten den Abend unterhaltend mit zwei jungen Architekten, die demnächst unsere Heimatstadt bewohnen werden.
 |
| Schön war es in Oasis, wenn nur die Mücken nicht gewesen wären. |
Am nächsten Morgen waren wir die letzten Wanderer beim Frühstück. Es galt 1300 Meter die Schlucht aufzusteigen. Es war ein harter Aufstieg, den wir in mehr als drei Stunden schafften. Völlig erschöpft kamen wir oben an und hatten nach 20 Minuten Spazierweg unsere Unterkunft Casa Antonia erreicht.
 |
| Noch strahlt Markus. |

 |
| Ein imposanter Fels an der Wegstrecke nach oben. |
 |
| Der Fels ist geschichtet wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen. |
 |
| Viele Pausen und gleichmäßiges Atmen beim Aufstieg waren notwendig, um diese Schlucht zu meistern. |
 |
| Der Ausgang der Schlucht ist erreicht. Wieder werden unsere Tickets kontrolliert. Wir sind so happy, es geschafft zu haben. |
Während Markus noch die schmutzige Wäsche waschen konnte, legte sich Michael nach dem Duschen gleich ins Bett und war sofort eingeschlafen. Immerhin konnte er dann am Nachmittag noch Fotos hochladen und Texte für den Blog verfassen. Und gegen Abend machten wir noch einen Spaziergang zu einem spektakulären Aussichtspunkt am Dorfrand, von dem aus man in einen anderen Teil der Schlucht blicken konnte.
 |
| Auf dem Weg zur Feldarbeit |
 |
| Typische Straße in Cabanaconde. Die Mehrzahl der Häuser in Peru sind nicht verputzt (man neigt ja als Tourist immer dazu, nur die schönen Seiten zu zeigen). |
 |
| Blick vom Aussichtspunkt am Dorfrand von Cabanaconde in die Colca-Schlucht |
 |
| Abendstimmung. Um 18:00 Uhr geht bereits die Sonne unter. |
Sonntag ging es dann mit dem Bus von Cabanaconde nach Chivay. Die Fahrt dauerte lange, da ein ständiger Ein- und Ausstieg der Einheimischen stattfand. Der Bus hielt auch länger am gefragten Cruz de Condor, weil eine große Reisegruppe einstieg. Wir sahen sogar einen Kondor ziemlich dicht über den Bus fliegen.
 |
| Aus der Nähe haben wir nur den Kondor am Platz in Cabanaconde betrachten können. |
In Chivay suchten wir ein empfohlenes Hotel am Hauptplatz auf und bezogen ein schönes Zimmer mit zwei superbequemen Betten. Der Hauptgrund in dieser entspannten Kleinstadt abzusteigen, waren die Thermalbäder.

Ein Spaziergang führte uns aus dem Städtchen heraus, am Friedhof vorbei, mit den noch von Allerseelen geschmückten Gräbern. Eine wenig befahrene Straße wanderten wir am Fluss zwischen hohen Bergen entlang bis wir zu der Badeanstalt mit sechs Becken kamen, in die 40 Grad heißes Wasser einfließt. Man leitete uns zu einem großen Becken, in dem dann nach und nach drei Ü-60 bzw. Ü-70 Reisegruppen aus Deutschland landeten. Die Reiseleiter blieben im dicken Anorak verpackt am Beckenrand stehen, organisierten Getränke für die Damen und machten lustige Gruppenfotos. Wir bewegten uns in dem heißen Wasser wenig, denn es war zu anstrengend, fühlten uns nach dem Bad aber ganz wohl, so dass wir auch den Weg zurück nach Chivay zu Fuß antreten konnten. - Abends prasselte der erste Regen auf das Schutzdach, mit dem das Hotel überdacht ist.
Heute am Montag, den 6. November fahren wir zur Mittagszeit mit einem Touristenbus mit vier Stopps nach Puno am Titicaca-See.
 |
| Der Hauptplatz von Chivay |
 |
| In der Einkaufsstraße sind große Figuren errichtet, die typische Trachten und Tänze repräsentieren. |
 |
| Poppiges Tuck-Tuck |
 |
| Frühstück mit Blick auf den Zentralplatz von Chivay |
Super Tour! Mega! Ulli
AntwortenLöschen