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| Punta Arenas |
Als wir morgens am 28. 12. 23 von unserer Unterkunft aus dem Öko-Viertel in Ushuaia Richtung Hafen starteten, schneite es leicht. Mit dem Sur-Bus sind wir von Ushuaia nach Punta Arenas gefahren. Dabei haben wir wieder die Grenze nach Chile überschritten - mit entsprechenden Einreiseformalitäten. Mit einer Autofähre haben wir die Magellanstraße bei starkem Wind überquert.
Die Fahrt in dem Reisebus nach Punta Arenas dauerte mehr als 10 Stunden. Es war aber auszuhalten, da man einen bequemen und ruhigen Sitzplatz hatte. Abends haben wir noch einen kleinen Bummel durch die Stadt gemacht, in einer Musikkneipe ein leckeres Bier getrunken und eine schlechte Pizza gegessen. Heute geht es weiter nach Puerto Natales - wieder per Bus - wo wir dann morgen Abend am 30.12. auf der Fähre Esperanza einchecken werden. In einer viertägigen Fahrt geht es an der patagonischen Küste entlang nach Puerto Montt, dem Beginn der Autostraße "Carretera Austral" im Norden.
Punta Arenas auf dem chilenischen Festland und ist mit 125.932 Einwohnern (Stand: 2017) die größte Stadt im chilenischen Südpatagonien. Die chilenische Kolonie wurde am 18. Dezember 1848 gegründet, nachdem Puerto del Hambre durch eine Militärrevolte zugrunde gegangen war. Der Ort diente zunächst als Strafkolonie, später dann als Freihafen, der durch die Entdeckung von Steinkohle (1872) und die Einführung von Schafen durch Engländer immer wichtiger wurde. Im Jahr 1875 betrug die Einwohnerzahl erst 915, im Jahr 1884 bereits 4.000 und es gab 16 Estancias 40.000 Schafe, 6.000 Rinder und 2.000 Pferde.
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| Denkmal an der Uferpromenade, Thema: Schiffskatastrophe: Nachdem der Norweger Roald Amundsen 1911 den Südpol erreicht hatte, verlagerte Shackleton sein Augenmerk auf die Durchquerung des antarktischen Kontinents von Küste zu Küste über den geographischen Südpol hinweg. Doch auch mit dieser Forschungsreise, die als Endurance-Expedition (1914–1917) bekannt ist, scheiterte er. Das Expeditionsschiff sank 1915 im Weddell-Meer, nachdem es vom Packeis zerdrückt worden war. Durch eine abenteuerliche Rettungsaktion, für die Shackleton weitaus bekannter ist als für seine wissenschaftlichen Beiträge zur Antarktisforschung, konnte er alle Expeditionsteilnehmer vor dem Tod bewahren. |
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| Denkmal zur Erinnerung an die (koloniale) Besiedlung des südlichen Patagoniens am Ufer der Magellanstraße. |
Als Station an einer der wichtigsten Handelsstraßen der Erde wurde der Ort wohlhabend. Ihren ersten großen Aufschwung hatte Punta Arenas während des kalifornischen Goldrausches, als sie als Anlaufhafen für die Klipper-Schiffe diente. Nach der Eröffnung des Panamakanals verlor der Hafen seine Bedeutung, jedoch kam gerade rechtzeitig die zweite Aufbruchsstimmung der Stadt, als sie Chiles Zentrum für den Wollhandel wurde.
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| Um den Plaza de Armas liegen sehenswerte historische Gebäude der Einwanderer aus Europa. |
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| Das Magellan-Denkmal am Plaza de Armas in Punta Arenas. |
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| Oben schreitet der erfolgreiche Magellan aus, unten sitzen geschlagen die Häuptlinge der Ureinwohner. |
Als mächtigste wirtschaftliche Akteure der Stadt etablierten sich Ende des 19. Jahrhunderts der aus Asturien eingewanderte José Menéndez (1846–1918), der portugiesischstämmige Walfangunternehmer José Nogueira und die Familie Braun, deren Tochter Sara Braun nach ihrer eigenen Heirat und der ihres Bruders sämtliche Unternehmen der drei Familien unter ihre Kontrolle brachte. Ihre Gesellschaft war maßgeblich an der wirtschaftlichen Entwicklung des südlichen Patagoniens und Feuerlands beteiligt, eine schrecklich Begleiterscheinung war allerdings die gewaltsame Dezimierung der indigenen Selk’nam.
Zum dritten Mal in Puerto Natales
Hier startet nämlich die viertägige Schiffspassage mit der Navi-Mag Fähre entlang der patagonischen Küste nach Puerto Montt.
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| Am Rande der Stadt mit Blick in Richtung des Fjords. |
Unser Schiff soll am 31. 12. um 6 Uhr morgens starten. Der Start wurde aufgrund des starken Sturms bereits um 24 Stunden verschoben. Aktuell warten wir am Abend des 30. 12. auf unser Check-In an Bord, das sich aufgrund des Sturms verzögert. So bleibt fraglich, ob wir heute Nacht überhaupt an Bord gehen können.
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| Gegen 23 Uhr fährt die Esperanza dann doch in den Hafen ein. Dann geht es bald an Bord. Mit nur 50 Passagieren deutlich unterbesetzt, ansonsten sind es 220. |
So eine Nacht auf unruhiger See stelle ich mir (Michael) auch nicht so erfreulich vor. Beide haben wir schon einschlägige Erfahrungen mit Seekrankheit gemacht. Immerhin haben wir uns heute Tabletten gegen Seekrankheit gekauft. Das Wetter scheint auch aufgrund des Klimawandels heftiger und unberechenbarer zu werden.
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| Da wir die nächsten Tage offline sein werden, wünschen wir allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs einen guten Rutsch ins neue Jahr und uns allen ein friedlicheres 2024, als es das abgelaufene Jahr war. |
Die Schiffspassage von Puerto Natales nach Port Montt
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Mit einem Tag und zwei Stunden Verspätung verlässte die Esperanza Puerto Natales.
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| Das Schiff hat Fracht geladen und 50 Passagiere, die von 20 Menschen versorgt werden. Dazu kommt die Besatzung. |
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| Der erste Teil der Fahrt verläuft zwischen den Inseln der patagonischen Küste. |
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| Eine erste, sehr enge Durchfahrt zwischen den Felsen. |
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| Einzelne Leuchttürme helfen bei der Orientierung an der menschenleeren Küste. |
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| Eine Tafel im großen Aufenthaltsraum informierte über die Highlights der Fahrt mit genauen Angaben der Stunden und Minuten. Meistens handelt es sich um enge Passagen. |
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| Großes Interesse fand die kleine Marienstatue in der ansonsten menschenleeren Gegend. |
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| Das Schiffswrack der Cotopaxi. |
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| Blick aus unserer komfortablen Kabine. |
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| Wie feiert man Silvester auf einer Fähre mit Menschen, die man erst seit ein paar Stunden kennt? Irgendwann nach Mitternacht hat dann der Kapitän endlich die Torte angeschnitten, weil sich ansonsten keiner zuständig fühlte. |
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| Kurz vor Mitternacht wurden lustige Hüte verteilt und bunte Papier-Krawatten, es gab Knabbereien und alkoholfreien Sekt. Es war einmal ein Passagier im betrunkenen Zustand über Bord gegangen. Deswegen war Alkoholverbot an Bord. Immerhin wurden fünf Leuchtraketen abgeschossen, ansonsten verzog sich die Besatzung nach Mitternacht zu einer Extra-Party. |
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| An Bord gab es kein WLAN für die Gäste, so war man entweder zum Lesen von Büchern „gezwungen“ oder man musste sich mit den anderen Gästen unterhalten. Wir haben unter anderem ein französisches Paar kennen gelernt, Diana und Dominique aus Toulouse. |
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| Es war möglich, die Kommandozentrale des Schiffs zu besuchen. Das Schiff fuhr computergesteuert. |
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| Es gab ein tägliches Yogaangebot im Freien bei lautem Motorengeräusch. Beim ersten Mal war es so kalt, dass man nur mit langer Hose und Pullover teilnehmen konnte. |
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| Am letzten Abend war dann endlich die Sonne erschienen, und es gab einen „Tropfen“ geschmuggelten Rotweins. |
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| Der alte Mann blickt aufs Meer. |
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| Eine der wichtigen Seekarten aus der Kommandozentrale des Schiffes. |
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| Die Passage auf dem Pazifik war sehr bewegt und wir haben sie wahrscheinlich nur so gut überstanden, weil wir Tabletten gegen Seekrankheit eingenommen hatten. Wieder zwischen den Inseln hatte auch der Wind nachgelassen und diese Durchfahrt verbreitete einen besonderen Zauber. |
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| Sonnenuntergang auf Deck. |
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| Ankunft im Hafen von Port Montt. |
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| Für die Präzisionsarbeit beim Anlegen des Frachters waren kleine Schiffe zuständig. |
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| Seelöwen tummeln sich auf den Bojen im Hafen von Port Montt. |
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| Auf der Suche nach einem Café mit WLAN kommen wir auch an einem der zentralen Plätze von Port Montt vorbei. |
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| Eine geschlossene Kirche im Zentrum. |
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| Am Nachmittag war auch die Sonne voll da, endlich Sommer! Die Promenade von Port Montt mit neuer, schicker und riesiger Mall. |