Auf nach Patagonien!
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| Unter uns ein riesiges Gletscherfeld |
Puerto Natales Die Hafenstadt Puerto Natales ist die Hauptstadt der Provinz Última Esperanza. Sie liegt 247 km nordwestlich von Punta Arenas am Última-Esperanza-Fjord. Sie wurde im Jahre 1911 gegründet.
Puerto Natales verfügt über einen eigenen Flughafen und Hafen. Die Stadt liegt 2800 km südlich von Santiago de Chile und bildet die Ausgangsbasis für Exkursionen in den Nationalpark Torres del Paine und den Nationalpark Bernardo O’Higgins sowie für Feuerland- und Patagonien-Touren. Per Fähre kann man zur weitentfernten Großstadt Puerto Montt durch Fjorde und Inselketten reisen (was wir dann auch einige Wochen später taten). Das Klima ist ganzjährig rau, meist mit kalten Winden gepaart.
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| Hurra, wir konnten mal wieder joggen! Diesmal am Ufer des Fjords entlang. |
Wir haben von Santiago aus einen sehr frühen Flug direkt nach Puerto Natales genommen. Am gestrigen Tag haben wir die Stadt erkundet und sind an der Küste entlang spaziert. Der Ort ist recht überschaubar. Vieles erinnert uns an neuseeländische Kleinstädte. Die Bauweise der Häuser, der Mix der Bevölkerung sowie der unberechenbare Fahrstil der Autofahrer. Manche Häuser sind schön, andere vernachlässigt, weitere verfallen. Es gibt viele Souvenirläden, kleine Cafés und Restaurants und einige Reiseagenturen. Das Wetter ist zur Zeit sehr angenehm, sommerlich warm, aber nicht zu heiß.
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| Puerto Natalas liegt an einem Fjord. |
Unsere W-Wanderung im Torres de Paine GebietWir sind wieder zurück! Fünf Tage sind wir den so genannten W-Track gewandert. Heute erholen wir uns in Puerto Natales, wo wir einen Teil unseres Gepäcks in einem Hotel gelassen haben. Heute Morgen waren wir schon beim Friseur, das musste man sein, seit Ende September haben unsere Haare keine Schere mehr gesehen.
Wir haben für morgen den Bus nach El Calafate organisiert und ein Zimmer in einem Hostel dort gebucht. Dann geht es also am 15. 12. nach Argentinien u.a. wollen wir zum berühmten Moreno Gletscher.
Die Wanderung der letzten Tage war sehr schön, aber auch sehr anstrengend.
Tag 1:
Um 7 Uhr morgens starten die Busse von Puerto Natales zum Eingang des Nationalparks Torres de Paine. Die Fahrt dauert circa 2 Stunden. Ein Transferbus brachte uns noch ein paar Kilometer weiter zur Ablegestelle des Katamarans, der die Wanderer über den Pehoe-See zum Startpunkt beim Camp Paine Grande bringt.
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| Angekommen in Paine Grande |
Als wir den relativ kleinen Katamaran sahen und die Menge der Wanderer dachten wir zunächst, dass das Schiff eine zweite Fahrt brauchen würde. Aber durch geschicktes Stapeln der Rucksäcke konnten dann doch alle Reisenden untergebracht werden. Nach ca. einer halben Stunde hatten wir die Station Paine Grande erreicht.
Dort begann unser Aufstieg zum Campingplatz Grey, der in der Nähe des Grey-Gleschers liegt.
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| Im Hintergrund der Grey-Gletscher |
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| Die Grey-Gletscherkante, dahinter ein weites Eisfeld |
Am späten Nachmittag erreichten wir das Camp Grey und bauten zwischen den feststehenden Zelten unser nagelneues Zelt auf. Das Abendessen bereiteten wir auf dem Gaskocher in der kleinen Küche des Camps vor: Reis mit einer Nestle-Tütensuppe gemischt, angereichert durch angebratenen Knoblauch und italienisches Olivenöl. Sehr lecker! Die holländische Ärztin neben uns bereitete sich wie jeden Abend ein Fertiggericht zu, das sie aus den Niederlanden mitgebracht hatte. Mit ihr hatten wir ein informatives Gespräch über den weiteren Verlauf unserer Reise, wie man in Argentinien an sein Geld kommt und Tipps zu einer möglichen Reise in die Antarktis, die sie als Schiffsärztin in den nächsten Wochen unternehmen wird.
In der Nacht wurde es spannend im Zelt, denn es begann zu regnen. Würde das Zelt dem Regen standhalten? Wie wird morgen die weitere Wanderung bei Dauerregen aussehen? Wir sind eigentlich immer nur gutes Wetter gewohnt. Berichte von mehrtägigen Wanderung bei Regen lassen uns erschaudern. Wir hatten Glück gegen 7:00 Uhr am Morgen ließ der Regen nach.
Tag 2:
Den Weg, den wir am Vortag zum Gletscher unternommen hatten, mussten wir wieder zurückgehen zum Startpunkt der Wanderung, dem Camp Paine Grande. Vor allem die erste Stunde der Wanderung machte uns viel Spaß, auch weil wir wenig Gegenverkehr durch entgegenkommende Wanderer hatten.
Im Camp am See angekommen, bauten wir unser Zelt auf und lernten unsere Zelt-Nachbarn kennen. Große Überraschung, als Michael feststellte, dass der Zelt-Nachbar in Schwerte zur Schule gegangen und auf dem Sommerberg in Holzen aufgewachsen war. Aber gemeinsame Freunde oder Bekannte in Schwerte zu finden war schwierig, lagen doch 38 Jahre Altersunterschied zwischen Michael und dem jungen Arzt aus Minden. Den Arzt und seine Freundin haben wir in den nächsten Tagen noch des Öfteren getroffen. Meistens kamen sie bereits vom Berg hinunter, wenn wir erst hinaufstiegen.
Den Nachmittag nutzten wir zu einer entspannten Wanderung gepäckfrei entlang des Pehoe-Sees. Wir genossen die wärmende Sonne und die fantastische Sicht über den See und auf die Berge.
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| Der Pehoe-See |
Abends fand die Zubereitung des Essens in einem riesigen Küchenhaus mit Wanderern aus der ganzen Welt statt. Es ging sehr laut zu und wenn man nicht selber an der Lautstärke beteiligt war, fühlte man sich etwas gestresst von dem Rummel. Also ging es früh ins Zelt, als es noch nicht einmal dunkel war.
Tag 3:
Die ersten zweieinhalb Stunden hatten wir eine entspannte Wanderung entlang der Küste und zweier Seen bis zum Camp Italiano, das eigentlich eine Station der Naturschutzbehörde ist.
Das Camp Italiano liegt verlassen im Wald und wirkte zerstört. Wir ließen unser Gepäck in einem Holzregal am Naturparkhaus und machten uns zum Aufstieg dem aufsteigenden Tal Frances folgend. Bis zum Ziel dem Ausblick Britanico mussten wir ca. 800 Höhenmeter aufsteigen. Beim steinigen Aufstieg entlang eines reißenden Baches und durch einen Wald kamen uns bereits sehr viele Wanderer entgegen, die auf der Rückkehr der Tour waren. Dafür hatten wir später beim Abstieg von den Höhen, weil wir fast die letzten waren, die Strecke für uns alleine. Unten angekommen, nahm wir unser Gepäck wieder auf und hatten dann noch eine Dreiviertelstunde zu gehen, um zum Camp Frances zu kommen.
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| Das sind noch nicht die Torres de Paine |
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| Am Mirador Britanico am Ende des Talkessels. |
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| Zelt im Camp Frances |
Im Camp Frances hatten wir die teuerste Übernachtung unserer bisherigen Reise, für eine Übernachtung in einem Zelt hatten wir bei der Buchung ca. 170 Euro bezahlt. Da das Camp nicht genügend Stellplätze für freie Zelte zur Verfügung hat, mussten wir ein feststehendes Zelt buchen. Zumindest war der Zeltplatz auf einer Plattform im Wald recht originell.
Tag 4
Morgens ließen wir uns Zeit und gingen erst recht spät vom Camp Frances los. Wir hatten eine Pause vor dem Restaurant der Herberge Cuernos und eine nette Begegnung mit einem holländischen Pärchen. Für die gesamte Strecke zum Camp Central benötigten wir dennoch 6 Stunden und gegen Ende schmerzte bei Michael der Rücken und das Gepäck drückte auf die Schultern.
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| Das Camp ist fast erreicht. |
Das Camp Central liegt auf einer ebenen Fläche und hat sehr viele Stellplätze für Zelte. Hier kann man sogar zwischen Bäumen und auf der Wiese kampieren. Vom Zeltplatz aus hat man einen Blick auf die Torres, das Ziel so vieler Wanderer, wie wir am folgenden Tag feststellen konnten. Als wir beim Camp Central ankamen, stürmte es heftig von den Bergen. Zwischen drei Bäumen fanden wir einen einigermaßen windgeschützten Platz. Der Maschinenbauer Lukas aus Darmstadt kam auf uns zu, mit ihm verbrachten wir einen netten Abend in dem großen, vollen aber gemütlichen Restaurant, das zur Wanderherberge gehört.
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| Weit oben liegen die Türme. Zwei sind vom Camp aus zu sehen. Am Abend lagen sie fast in den Wolken. |
Tag 5;
Der Höhepunkt der Wanderung war gekommen. Wir starteten vor 9 Uhr. Die ersten Wanderer kamen uns bereits entgegen. Sie waren schon um 3 Uhr morgens losgegangen. Den optimalen Sonnenaufgang hatten sie aber dennoch wegen Nebel nicht gesehen. Ätsch!
Der Streckenverlauf war sehr unterschiedlich. Während man im mittleren Teil in einem schönen Waldgebiet steinfrei wandern konnte, war der letzte Teil der Strecke sehr steil und teilweise ein Klettern und Steigen über große Felsbrocken. Da war der Stock beim Auf- und Absteigen eine große Hilfe. In der Nähe des Ziels angekommen, kam ein starker Wind auf, der uns fast vom Felsen geblasen hätte.
Wenn man dann die drei Türme vor sich auftauchen sieht, ist man doch sehr beeindruckt, obwohl wir schon viele Fotos von den Torres gesehen hat.
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| Torres del Paine bedeutet "Türme des blauen Lichts" (Sprache der Tehuelche-Indianer) |
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Der Lago Torres vor den drei Türmen. Der höchste Turm, der Torres de Sur, ist 2850 Meter hoch.
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| Der Fluss Ascensio hat das Tal tief eingeschnitten. |
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| In weiten Teilen der Strecke geht es durch diesen schönen Wald. |
Abschied von Torres de Paine und von Puerto Natales. Als Nächstes geht es nach El Calafate in Argentinien.
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| Blick vom Felsen des Mirador Britanico |
Lieber Michael, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Lass dich feiern! Tolle Wanderung! Super! Will ich auch machen. Grüsse Ulli
AntwortenLöschenHallo ihr zwei, ein tolle Blog und unvergessliche Erlebnisse! Grüße von Lukas, dem Maschinebauer aus Darmstadt ;-)
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