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Samstag, 23. Dezember 2023

Feuerland: Ushuaia, Nationalpark Tierra de Fuego

23. 12.  Mit dem Bus von El Chalten zum Flughafen nach El Calafate, Flug nach Ushuaia, 

Ushuaia

Ushuaia befindet sich in der Inselwelt von Feuerland an der Südspitze Südamerikas, die den Beinamen "Ende der Welt" trägt. Die an einem steilen Berghang gebaute, windgepeitschte Stadt liegt zwischen dem Gebirgszug der Montes Martial und dem Beagle-Kanal. Sie bildet den Ausgangspunkt für Antarktis-Kreuzfahrten und Ausflüge zur nahe gelegenen Isla Yécapasela, die wegen ihrer Pinguinkolonien auch als "Pinguininsel" bezeichnet wird. 

Foto eines Modells aus dem maritimen Museum 


Die Stadtsicht von der Uferpromenade

Die Stadt Ushuaia zieht sich die Hügel hinauf. Es ist bewölkt, es sind 13 Grad und wir auf dem Weg zu „unserer“ Wohnung.

Auf dem Weg zur Unterkunft. Es geht ziemlich weit aus dem Zentrum heraus und steil hinauf.

Zwei Tage Wanderungen im Feuerland-Nationalpark 
Mit einem Kleinbus eines privaten Busunternehmens in der Nähe des Hafens geht es bis zum Parkeingang. Dort kauft man den Eintritt bzw. hat ihn am besten schon online gebucht. Der Bus fährt mehrere Stationen im Park an. Wir entschieden uns zunächst für den Küstenwanderweg und stiegen am südlichsten Postamt Südamerikas aus. Da war der Bus dann auch leer, denn am 24.12. waren im Park nur wenige Menschen unterwegs. Außerdem stürmte es vormittags sehr und die Sonne ließ sich immer nur kurz zwischen den rasenden Wolken blicken.

In der Lapataia-Bucht sieht es aus wie im Frühling.

Der Nationalpark Tierra del Fuego (Nationalpark Feuerland) ist der süd-lichste Nationalpark Argentiniens. Das 630 km² große Schutzgebiet befindet sich im Südosten der Insel Feuerland, 10 km von der Stadt Ushuaia entfernt. Es erstreckt sich westlich der Stadt bis zur Grenze zu Chile und rund 50 km in nördliche Richtung bis jenseits des Fagnano-Sees. Der Park wurde 1960 mit dem Hauptziel gegründet, die südlichsten subantarktischen Wälder zu schützen. Daher ist nur eine Fläche von 20 km² im Süden für den Tourismus geöffnet.

Das südlichste Postamt Südamerikas 

Wir wanderten von der Bucht Ensenada einen 6,5 km langen Küstenwanderweg entlang.


Der Beagle-Kanal bildet die südliche Grenze des Parks.

Der Darwin Pilz sieht aus wie eine Frucht. Mit den Jahren verbindet er sich mit dem Baumstamm und bildet einen holzigen Kranz. In Indien wird der Pilz „indisches Brot“ genannt.


Im Hintergrund der Cerro Condor. 

Hier endet die Nationalstraße Nr. 3
Die Laipataia-Bucht. Hier endet die Nationalstraße 3 bzw. der panamerikanische Highway nach 17848 Kilometern, beginnend in Alaska.


Ein Paar Kelb-Gänse. Sie sind endemisch und im Park gut vertreten. 

Tag 2 im Feuerland-Nationalpark 

Am zweiten Tag in Ushuaia fuhren wir mit dem Bus bis zum Nationalparkzentrum und wanderten am Seeufer des Lago Roca entlang bis zur chilenischen Grenze. Hin und zurück 8 Kilometer. Der Weg verlief weitgehend flach und aufwendig präpariert durch einen Wald, der durch Felsen und umgestürzten Bäume sehr ursprünglich aussah. In dem Wald wird man nicht forstwirtschaftlich tätig. Nach einem sehr guten Kaffee und Kuchen im Restaurant innerhalb des Parkzentrums sind wir noch einmal in Richtung Lapataia-Bucht spaziert. Nach einem Abstecher in ein Gebiet, das aufgrund der Bildung von Torf neu entstanden ist, haben wir an der Straße auf den Bus gewartet und hatten dort eine interessante Begegnung mit einem Karakara.

Der Fuchs suchte in der Nähe des Parkplatzes nach Nahrung. Publikum beeindruckte ihn nicht.

Hier verläuft die Grenze, wie mit dem Lineal gezogen, zwischen Argentinien und Chile. Es war ein stürmischer Tag, obwohl kalendarischer Sommer ist. Die Sonne ließ sich kaum blicken.

Grenzmarkierung am Ufer des Sees





Kaffeepause mit Panoramablick! An beiden Tagen genossen.

In der Ferne das Naturschutzzentrum mit Restaurant-Betrieb

Anders als die Falken ist der Schopfkarakara kein schnell fliegender Jäger, sondern verbringt viel Zeit am Boden. Mit seinen langen Beinen und Zehen ist er gut ans Laufen in offenen Lebensräumen angepasst. Zur Beute gehören Wirbellose, Reptilien, Amphibien, sowie gelegentlich kleine Vögel und Säugetiere. Hauptsächlich ernährt er sich von Aas und ist manchmal zusammen mit Geiern an größeren Kadavern anzutreffen. Im Unterschied zu diesen segelt er nicht, sondern fliegt mit kraftvollen und geräuschvollen Flügelschlägen.


Wanderung zum Glacier Martial

Ein Muss in Ushuaia ist der Besuch des Gletschers Martial. Michael war ganz versessen darauf, eine Wanderung direkt von der Unterkunft am Berg zu starten. Eine grobe Orientierung gab zunächst Google Maps vor, Da eine Wanderkarte fehlte, war Markus mit seinem Handy sowie mit der App von Maps-me sehr wichtig. Wir wanderten auf 3-4 verschiedenen, teilweise markierten Wegen durch einen dichten Wald und einmal über eine Torflandschaft und landeten tatsächlich nach über 2 Stunden am Parkplatz zum Aufstieg zum Gletscher. Einmal verloren wir den Wanderweg und mussten durchs Unterholz, um auf einen anderen markierten Weg zu kommen. 



Der Aufstieg zum Gletscher war leicht. Nieselregen brachte keine rechte Freude und von weitem sahen wir die verschiedenen Schneefelder am Abhang des Berges. Wir gingen nicht bis zu den Schneefeldern vor sondern bewegten uns stattdessen ziemlich schnell über den Skihang zum Ausgang beim Parkplatz. Dort kehrten wir in ein originelles, weihnachtlich dekoriertes Café ein. Wir hatten dort guten und fantastische Torte und die Welt war wieder in Ordnung.

Im Museum Maritime und Presidio

Englische Missionare errichteten 1869 eine Missionsstation in Ushuaia. 1884 eroberten argentinische Seestreitkräfte Ushuaia für Argentinien. Für die Stadtentwicklung war der 1902 begonnene Bau des Presidio bedeutsam. Dieses von Gefangenen selbstgebaute und 1920 fertiggestellte Gefängnis ersetzte jenes auf der Isla de los Estados. Die Sträflinge, überwiegend Gewaltverbrecher, aber auch politische Gefangene, bauten die Schmalspurbahn Ferrocarril Austral Fueguino, mit der heute Touristen durch den Nationalpark Tierra del Fuego fahren.

Das Gefängnis wurde 1947 aufgelöst. In diesem Gebäude ist heute eine Kombination mehrerer Museen untergebracht. Zum einen befindet sich dort das Museo Presidio zur Geschichte des Gefängnisses; zum anderen gibt es ein Museum der Schifffahrt in der Region und eines der Geschichte der Antarktisexpeditionen, die vielfach von Ushuaia aus starteten.



Das Gefängnis ist nach dem Modell des englischen Architekten Bentham errichtet. Von einem zentralen Platz im jeweiligen Gefängnistrakt kann ein Wärter sowohl die Zellen im oberen Bereich als auch im unteren Bereich kontrollieren. Im Aufenthaltsraum gibt es auch einen Punkt von der jede Stelle des Raums einsehbar ist. Im Museum veranschaulichen lebensgroße Aufseherfiguren dieses Prinzip der perfektionierten Kontrolle mit wenig Personal.


Fünf Flügel des Gefängnisses laufen auf einen zentralen Punkt zu.
Ein Trakt des Gefängnisses wurde im Originalzustand belassen.





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