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Freitag, 10. November 2023

Auf nach Bolivien!

Fehlstart nach Bolivien! - 10. 11. 2023

Abends haben wir dann in Puno doch noch einen schönen Platz gefunden, den Parque Pino.

Markus hatte im Internet einen Bus um 14.30 Uhr nach Copacabana gebucht. Der Ort liegt auch am Titicaca-See, gehört aber bereits zu Bolivien. Nach einem gut schmeckenden Kaffee, in einem der bei Touristen angesagten Café am Platz vor der Kathedrale, nahmen wir unsere Rucksäcke und wanderten zum zentralen Busbahnhof.

Am Schalter der Busse nach Bolivien wurde uns mitgeteilt, dass der Bus um 14:00 Uhr gecancelt worden sei. Einzige nächste Möglichkeit der Bus morgen um 7 Uhr. (Vermutlich wurde der Bus gecancelt, weil zu wenig Interessenten gebucht hatten. Wir befinden uns in der Nachsaison, und der Tourismus hat nach Corona immer noch nicht die alten Touristenzahlen erreicht).

Zum Glück ließ sich der Bus umbuchen und das bereits vorbestellte Hotelzimmer in Copacabana um einen Tag verschieben. Also zurück ins Hotel, diesmal mit einem Taxi. Ein völlig relaxter Nachmittag im Hotelzimmer frei von jeder Besichtigung- das tat sehr gut. 

Heute sind wir dann nach Copacabana gefahren. Die Fahrt dauerte ungefähr 3 Stunden. Am längsten verbrachten wir an der Grenze, weil einige Reisende Probleme mit dem Visum hatten, das wir nicht benötigen. Gegen Mittag waren wir schon vor Ort. Copacabana ist etwas enttäuschend. Richtig schön ist eigentlich nur der Platz vor der Kathedrale, obwohl da wird gerade auch gebaut.

Die gewaltige Basilika, deren Bau Anfang des 17. Jahrhunderts begann und deren Querseite zur Plaza zeigt, wurde allerdings erst 1820 fertig gestellt. Schon von weitem lassen sich die bunten Kacheln und zahlreichen Kuppeln im byzantinischen Stil bewundern. Im Inneren steht das Ziel aller Pilger, zu dem viele auf den Knien rutschen: die Statue der Jungfrau von Copacabana mit ihrer goldenen Krone. 

Der Hafen und Strand von Copacabana 

Auf dem Kalvarienberg, Blick auf Copacabana. 

Das kleine Städtchen auf 3800 m Höhe liegt nur wenige Kilometer von der peruanisch bolivianischen Grenze entfernt. Der blaue Himmel, das klare Wasser und der einladende Sandstrand täuschen: die Wassertemperatur beträgt weniger als 10° und die Lufttemperatur liegt vor allem nachts oft weit darunter.

Den Kalvarienberg erreicht man nach 45 Minuten steilen Anstieg, vorbei an 14 Kreuzwegstationen. Von oben hat man einen tollen Blick über die Stadt und den See. Der Calvario ist eine heilige Stätte, an der die Einheimischen an kleinen steinernen Altären Opfergaben darbringen und Kerzen anzünden.

Im Hintergrund die Isla del Sol. Die Halbinsel haben wir erwandert, 17 km ist sie lang.

Heute am Sonntag, den 12. 11.  sind wir vom Markt in Copacabana mit einem Bus-Collectivo 17 km zum Ende der Halbinsel bis zum Ort Yamputata gefahren. Im kleinen Hafen entdeckten wir drei Männer, die sich auf und vor einer Bank ausruhten. Markus sprach sie an, ob sie uns mit einem Boot zur Isla de Luna bringen könnten. Nach einer kurzen Verhandlung über den Preis wurden wir mit einem kleinen Boot zur Insel hinüberfahren. (Der offizielle Bootsverkehr zur Mondinsel ist eingestellt, man kann nur im Rahmen einer Reisegruppe die Insel besichtigen.)

Die Damen tragen Hut.

So cool steuerte uns der Bootsmann zur Insel.

Das Ende der Halbinsel 

Die Mondinsel - Isla la Luna



Wir hatten eine Stunde Zeit die Inkaruine zu besichtigen.

Eines der besterhaltenen Inka-Bauwerke in ganz Bolivien ist der Tempel der Sonnenjungfrauen.


Das Mondzeichen der Inkas


In den Palast, dessen hufeisenförmige Grundfläche 55 × 24 m beträgt, kamen die Acllahuasi zu bestimmten Jahreszeiten, um Maisbier zu brauen. Zwei kleinere Gebäude, die sich innerhalb des 35 Zimmer umfassenden Komplexes befinden, waren jeweils der Sonne und dem Mond geweiht.

Nach dem Rücktransport per Boot nach Yamapupata, begann unsere Wanderung zurück nach Copacabana. Wir brauchten zwischen vier und fünf Stunden und kamen müde und eingestaubt im Hotel an.


Eine Bucht auf der Halbinsel




Auf den Bergen gibt es wenig Vegetation.

Auf dem Titicacasee sieht man die Zuchtbecken für die Forellen.

Im Hintergrund ist Copacabana und der Kalvarienberg. Im Vordergrund sind drei Lamas.

Zur Isla de Sol
Am Montag packten wir nur einen Tagesrucksack, gingen zur Anlegestelle und nahmen ein Boot zur Isla de Sol. Auf dem Schiff gab es regen Austausch mit Travellern aus Deutschland und den Niederlanden. An einem Hafen der Insel endete die Fahrt und wir mussten ca. 20 Minuten steil auf alten Inkatreppen zum Dorf Yumani aufsteigen. 
Aufstieg ins Dorf auf einer historischen Inka-Treppe.

Unsere Unterkunft hatten wir vorgebucht. Ein einfaches, aber nett gestaltetes Zimmer und eine Terrasse von der man weit über den Titicaca-See blicken kann. Am Nachmittag sah man sogar die schneebedeckten Berge der Kordilleren Apolobamba. 


Ein weite Wanderung konnten wir nicht machen, da Markus schwächelte und den Nachmittag im Bett verbrachte. Michael konnte auf der Terrasse seinen zweiten Roman der Reise lesend beenden - bei perfekter Aussicht.
Einen Teil des Abends verbrachten wir mit einem jungen, deutschen Reisenden Malte im sog. Restaurant, das zugleich das Wohnzimmer der Gastfamilie ist. Der Fernseher lief schon den ganzen Tag, 10 Stunden ununterbrochen die Simpsons. Die älteste Tochter bastelte mit Unterstützung des Vaters und der Mutter das Wohn- und Gästehaus der Familie aus Styropor für ein Projekt der Schule. Das Essen, das die Mutter der Familie zubereitete, war wieder der übliche Standard: Forelle, Reis, Pommes und ein wenig Gemüse (Möhren und Bohnen).


Die Wanderung bis zum nördlichen Ende der Insel starteten wir am Dienstag um 9 Uhr. Nach ca. einer Stunde durch das Dorf sowie bewirtschaftete und nicht bewirtschaftete Terrassen erreichten wir einen Weg, der aus Steinplatten gesetzt war und über ca. 6 Kilometer bergauf und bergab bis zur Inkastätte führte. Unterwegs trafen wir eine junge Münchnerin und mussten wieder mal feststellen, wie taff alleinreisende  junge  Frauen  aus Europa unterwegs sind. Der Rückweg von der Inkastätte ging bergauf und bergab. Wir überquerten drei Strände bzw. Uferbereiche kleiner Dörfer. An einem Hafen machten wir eine Mittagspause mit frischer Forelle – was sonst? Der Rückweg war allerdings ziemlich heftig, weil wir viel steigen mussten. Erst um 17 Uhr waren wir wieder im Dorf angekommen.

Eine Bucht der Isla de Sol

Die Isla del Sol ist eine zu Bolivien gehörende Insel im TiticacaseeDie Insel ist in drei Gemeinden geteilt, Ch'allapampa im Norden, Ch'alla im Zentrum und Yumani im Süden. Auf ihr leben etwa 2000 Menschen. Die Insel ist 14,3 km² groß und 1 km vom Festland, der Copacabana-Halbinsel, entfernt. Die höchste Erhebung der Insel ist 4.075 m hoch (sie erhebt sich also 265 m über das Niveau des Titicacasees). Die Insel galt sowohl für die Tiwanaku als auch die Inka als heilig und beherbergte einst zahlreiche Heiligtümer und Schreine.

Bucht mit Hund. Dieser kleine weiße Hund hat uns vom Dorf Yumani bis zur Inkastätte im Norden der Insel begleitet. Dann verloren wir ihn an zwei französische Kinder.

Auf der Insel gibt es einige Eukalyptus-Wälder. Wo ist der kleine Hund?


Eine weitere Bucht der Isla de Sol

Immer geradeaus geht der Weg zu den Ruinen.

Die Inkastätte ist erreicht. Ein Opferaltar. Und wer hat sich  unter dem Altar einen Schattenplatz gesucht?




Der heilige Felsen, Stein der Wildkatze.











Am letzten Tag auf der Insel mussten wir uns vom Vortag erholen und so machten nur eine relativ kurze Wanderung zur Südseite der Insel. Hier ist ein sehr gut erhaltener Inka-Palast zu besichtigen. Ansonsten relaxten wir vor unserer Unterkunft und warteten mit anderen Reisenden ziemlich lange im Hafen auf die Abfahrt des Bootes zurück nach Copacabana Auf dem Schiff gab es wieder rege Kommunikation. Wir unterhielten uns mit einem Reisenden aus Bulgarien und mit einem Touristen-Guide aus La Paz. 







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