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Donnerstag, 4. Januar 2024

Chiloe, eine große chilenische Insel

 Chiloe, eine große chilenische Insel 

Ungefähr 20 Minuten dauerte Überfahrt zur Insel Chiloe. Es sind mehrere Fähren im Einsatz, so dass man relativ schnell auf der Insel angekommen, seine Fahrt fortsetzen kann.

Etwas abseits der typischen Reiserouten liegt die Insel Chiloe. Unseren ersten Leihwagen dieser Reise mieteten wir in Puerto Montt, um von da aus nach Chiloe zu fahren und die Insel zu erkunden. Die Autovermietung lag außerhalb von P. Montt direkt an der Nationalstraße 5, die im weiteren Verlauf die Insel von Nord nach Süd durchläuft. Eine Fähre brachte uns nach Chacao auf die Insel.

Einen längeren Aufenthalt hatten wir in der kleinen Stadt Ancud im Nordwesten der Insel, wo wir u.a. das Kirchenmuseum besuchten, das in der ehemaligen Dorfkirche untergebracht ist.

Blick ins Museum von Acud


Die alte Kirche von Acud wird heute als Museum genutzt.

Berühmt ist Chiloe vor allem durch seine über 150 aus Holz gefertigten Kirchen. Diese wurden zu einem Gutteil im 17. und 18. Jahrhundert zumeist aus Zypressenholz erbaut. Diese einzigartigen Götteshäuser vereinen die europäische Architektur mit Bauelementen der einheimischen Bevölkerung. Die Außenwände der Kirchen werden von kunstvoll verzierten farbigen Holzschindel bedeckt, die Innenräume sind zum Teil sehr farbenprächtig bemalt und ausgestaltet.

Weiter ging für uns noch ca. 80 km auf der Nationalstraße 5 bis kurz hinter Castro. Unsere Unterkunft liegt in einem Holzhaus auf einem steilen Berg, von wo man einen tollen Blick auf eine große Bucht und ein Stück von Castro hat. 

Eine der schönsten Unterkünfte unserer Reise
Die Insel Chiloe wird durch den zwei Kilometer breiten Kanal von Chacao im Norden, den 50 km breiten Golf von Ancud im Osten und vom Golf von Corcovado im Südosten vom Festland getrennt.
  • Länge: 180 km (von Nord nach Süd)
  • Breite: 50 km
  • Fläche: 9322 km²
  • Einwohner: ca. 150.000

Die Küste Chiloés ist an der Ost- und Westseite gleichmäßig hoch und steil. Im Osten ist sie reich an Vorsprüngen und natürlichen Häfen, im Westen dagegen relativ einförmig und ungegliedert. Die Hügelkette Cordillera de Piuchué im Inselinneren erreicht bis zu 866 m Höhe.

Die Bewohner von Chiloé werden als Chiloten bezeichnet, von denen viele von dem Volk der Huilliche abstammen. Das Klima ist mild, aber außerordentlich feucht; Regen ist überaus häufig (bei Ancud fallen jährlich 2035 mm), namentlich im Westteil der Insel. Die hohe Feuchtigkeit erklärt die starke Entwicklung der Vegetation, die der fruchtbare Boden noch befördert. 

Ein Teil der typischen Holzkirchen der Insel und auf benachbarten, kleineren Inseln wurde 2000 in das UNESCO-Weltkulturerbe Kirchen von Chiloé aufgenommen. 

  • Eine Holzkirche, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, steht im Ortsteil Nercón, etwa fünf Kilometer südlich der Innenstadt von Castro. Sie trägt den Namen Iglesia Nuestra Señora de Gracia und wurde 1886–90 hauptsächlich aus dem Holz der Coihue-Südbuche erbaut, deren Holz auch in dem feuchten Klima Chiloés nicht fault. Vor der Kirche wurde ein gepflegter Garten angelegt, und hinter ihr breitet sich der Friedhof des Dorfes Nercón aus, der bereits 1627 bestand und schon 1734 über eine Kapelle an dieser Stelle verfügte. Die 1984 zum Nationalen Kulturdenkmal erklärte Kirche ist 37 m lang und 15 m breit, ihr Turm erreicht eine Höhe von 25 m. - Unsere zweite Unterkunft in Nercon war nur wenige Hundert Meter von der Kirche entfernt.

Der Innenraum der Kirche in Nercon.

Castro

Unsere erste und auch die zweite Unterkunft war in Nercon einem Stadtteil von Castro, dem Hauptort der Insel. Nachdem sich am ersten Morgen der Regen gelegt hatte, machten wir eine Besichtigungstour durch Castro. Anschließend fuhren wir nach Dalcahue und setzten dort mit einer Fähre zur Insel Quinchao über. Wir fuhren zwei historische Holzkirchen an und machten einen Gang durch die Inselorte Curaco de Velez und durch Achao. Dort besichtigten wir die älteste Holzkirche der Insel, die zu den 16 Kirchen zählt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. 



  • Berühmt sind die palafitos genannten Pfahlbauten der Fischer an der Küste, die vor allem im westlichen Stadtviertel Barrio Gamboa an der Bucht Fiordo de Castro sowie im Nordosten der Stadt an der Küstenstraße Calle Pedro Montt erhalten sind. Viele dieser Stelzenhäuser fielen dem Erdbeben von 1960 und dem anschließenden Tsunami zum Opfer. 
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  • In einigen Häusern sind heute Hostels, Cafés, Andenkenläden untergebracht, andere Häuser stehen zum Verkauf.

Der eindrucksvolle, fast gemütlich wirkende Innenraum der Holzkirche von Castro.

  • An der Plaza de Armas mit ihren gepflegten Grünanlagen, dem Mittelpunkt Castros, erhebt sich die Hauptkirche der Stadt, die Iglesia de San Francisco. Bereits 1567 stand an dieser Stelle eine erste Kirche. Der heutige 1910–1912 nach einem Brand im Stil der Neogotik von dem italienischen Architekten E. Provasoli neu errichtete Bau ist mit 52 m Länge und 27 m Breite das größte Kirchengebäude der gesamten Insel. Die beiden Türme der 1997–99 renovierten Kirche sind 42 m hoch und weithin sichtbar.

Die Kirche St. Francisco, die größte Kirche der Insel. 

Die bunten Häuser in Castro ziehen sich bis zum Hafen den Berg hinunter.

Dieses Denkmal in Castro ist den Lehrerinnen und Lehrern gewidmet, die ihren Einsatz auf dem Lande haben.

Auf der Insel Quincao

Der Platz vor der Kirche in Huyar auf der Insel Quincao, dahinter befindet sich der Friedhof.

Sehr malerisch liegt die Kirche in der Landschaft nahe der Küste. Sie wird allerdings nicht zu den 16 Kirchen des Weltkulturerbes gezählt.

Der Plaza de Armas in Curaco de Velez mit einem schön geschmückten Weihnachtsbaum.

Kirche in Curaco de Velez

Bei Ebbe sah man in Curaco viele Vögel im Watt nach Nahrung suchen. Hier ein Kiebitz.

Der beeindruckende Innenraum der Kirche in Achao.

Von außen sieht die älteste Kirche der Insel in Achao sehr schlicht aus. Der Bau wurde 1640 begonnen, als Chiloe noch unter spanischer Herrschaft stand. Später wurde der Bau von den Franziskanern fertig gestellt.
Der Strand von Achao

Die Kirche in Dalcahue war leider geschlossen.


Schiffe in Dalcahue 
An der Pazifikküste 
Am zweiten Tag auf der Insel Chiloe fuhren wir, nachdem wir unser Gepäck in einem wunderschönen Hostel, das direkt an einem Wald liegt, abgelegt hatten, auf die Westseite der Insel. 
Vor unserer Wanderung besuchten wir ein Restaurant kurz vor Cacao, das uns von der Besitzerin des Hostels empfohlen wurde. Es handelt sich um ein Restaurant mit lokaler Küche, vorwiegend Fisch, in dem Menschen mit Behinderung den Service übernehmen. 

Auf dem Weg zur Pazifistischen Küste fuhr man direkt am Ufer des Huillinco-Sees entlang.

Anschließend fuhren wir durch Cucao, einem Ort mit Campingplätzen, Cabanas und kleinen Geschäften und weiter Richtung Meer bis hinter einer Holzbrücke im Dünenbereich der Pazifikküste. 

Bei der Inneneinrichtung des Restaurants dominiert Holz. Markus wartet aufs Essen.

Kühe und Pferde sah man in Cucao auf dieser Flussinsel und auch vor den Dünen.

Wir machten einen langen Spaziergang am Strand entlang. Nur wenige Menschen waren zu sehen und ein paar Autos, die über den Strand fuhren. Ansonsten nur Möwen und andere Strandvögel.

Ein Brachvogel 


Zwei Brachvogeleier liegen ungeschützt im Sand


Bizarre Felsformationen

Chonchi
Nach ein paar Stunden an der Pazifischen Küste fuhren wir zurück auf die andere Seite der Insel und besuchten das nette Küstenstädtchen Chonchi. Dort besichtigten wir eine weitere der 16 auserwählten Holzkirchen und tranken einen Kaffee in einem pittoresken Café, in dem wir von einer jungen Frau bedient wurden, die im letzten Jahr in Hannover zur Schule gegangen ist und von daher ganz gut Deutsch sprach. Die chilenischen Torten sind einfach zu verführerisch - das kann so nicht weitergehen!

Historisches Haus in Chonchi 

Das Heimatmuseum von Chonchi


Steil abwärts geht’s zum Hafen.

Ibisse beim Schnäbeln

Der Innenraum der Kirche in Chonchi. Die Kirche gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Schwierig zu fotografieren, die Kirche in Chonchi.


Im Nationalpark des Seengebietes
Am vierten Tag auf der Insel Chiloe fuhren wir noch einmal an die Pazifikküste und besuchten diesmal den Nationalpark. Auf perfekt angelegten Wegen bei wechselhaftem, typischem Patagonien-Wetter erkundeten wir die Uferregion, den Immergrünen Wald sowie das neugewonnene Land der Torf-  und Sumpfregionen.
Säugetiere sahen wir keine, auch keine Pudus. Dafür wieder einige interessante Vögel. Immerhin glückte mir (Michael) ein Foto von einem Specht. Insgesamt erinnerte der dichte, feuchte Wald an Waldgebiete, die wir auf der neuseeländischen Südinsel besucht hatten. Die Vegetation bestand aus Farnen und aus Baumarten, die typisch für den immergrünen Feuchtwald sind. Perfekt, nämlich auf Holzbohlen, konnte man den Park durchwandern. Am Ende gab’s noch einen kurvigen Weg in die Dünenregion mit Blick auf den Strand und den Küstenverlauf.

An dieser Stelle mit Blick auf den See Cucao soll einst Charles Darwin gestanden haben. Er war so begeistert von der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt und den Menschen der Insel, dass er mehrere Male Chiloe bereist hat.

Vier unterschiedliche Landschaftstypen kann man bei den Wanderungen durch den Park erleben. Hier eine schilfähnliche Pflanze vermutlich Rohrkolben auf neu gewonnenen Böden schon etwas entfernt vom Uferbereich des Sees. Rohrkolben müssen im Wasser stehen.

Dichter, immergrüner Feuchtwald. Es regnet täglich!

Nach zehn Fehlversuchen hat Michael endlich ein gutes Foto des Spechtes hingekriegt. Muss der Specht sich auch ständig bewegen und sich so tief im Dickicht verstecken ?

Ein Spinnennetz mit robusten Fäden.


Chilenische Glockenblume 

Ein Schwarm von lautstark krächzenden Papageien flog auf, nachdem Michael einen von ihnen fotografisch erwischt hatte.

Wir fuhren nach der Wanderung durch den Park an der Pazifik-Küste entlang Richtung Süden und besichtigten einen bei Chilenen sehr beliebten Platz, den man übersetzt „Steg der Seelen“ bzw. Muelle de las Almas nennt. Nachdem wir unseren Eintritt bezahlt hatten, ging es noch 3 km weiter an der Küste entlang über eine Schotterstraße zu mehreren Parkplätzen. Von da aus hatten wir noch eine 45-minütige Wanderung auf und ab an der Küste entlang und kamen dann zu einer sehenswerten Steilküste und mehreren Felseninseln, auf denen Kormorane siedelten und sich Seelöwen ausruhten. 

Vermutlich ein Rabengeier


Mit bloßem Auge betrachtet, dachten wir zunächst, dass es sich um eine Pinguinkolonie handeln könnte. Aber das vergrößerte Foto klärte uns auf. Hier sitzen Kormorane beieinander.

Hier lagern Seelöwen gut getarnt und geschützt.



Der Chimango-Karakara zeigt wenig Scheu vor Menschen.


Zwei auf dem Seelensteg. Ein Fotospot für den sich für viele Chilenen der Weg zur Muelle de las Almas lohnt. 
Queilen
Am vierten Tag auf der Insel fuhren wir Richtung Süden in das Küstenstädtchen Queilen, in dem die Bewohner überwiegend von der Fisch- und Muschelzucht leben. Touristen waren an diesem Ort an zwei Händen abzuzählen. Wir erhielten in der Touristeninformation hilfreiche Hinweise für eine Schiffstour und von der freundlichen, jungen Damen eine kostenlose Führung durch das kleine Heimatmuseum. 
Das Museum und die Touristeninformation mit Verkaufsständen von Handarbeiten vom Steg aus gesehen. Die Sonne ließ sich an diesem Sommertag nur kurz blicken.

Viele Museen auf der Welt haben mal klein angefangen.

Während der Papa das kleine Schiffchen mit Elektromotor steuerte, erläuterte die Sozialarbeit studierende Tochter die Insel- und Tierwelt und kassierte anschließend das Fahrgeld.
Wir erwarteten eigentlich nur Pinguine, aber bekamen Delfine, Pelikane, Kormorane, Seelöwen und Magellan- bzw. Humboldt-Pinguine zu sehen. 
Voll zufrieden landeten wir nach zwei Stunden wieder an der Promenade, die momentan im großen Stil ausgebaut wird. Unser Tagesgericht nahmen wir diesmal in dem einzigen Restaurant des Ortes ein. Es gab Fisch, Pommes und reichlich Salat. 

Gegenüber von Queilen liegt die Insel Tranquil mit zwei kleinen Dörfern und drei Kirchen. Im Vordergrund die Muschelzuchtanlagen.


Markus hat einen guten Fang gemacht.



Die Vogelinsel 

Laufende Kormorane

Schwimmende Kormorane

Magellan oder Humboldt-Pinguine

Pelikane 

Großer Andrang auf einem kleinen Felsen.

Rechenaufgabe für die erste Klasse der Grundschule: Wie viele Pinguine, wie viele Kormorane siehst du?

Ein Seelöwe

Weitflächige Muschelzuchtanlagen in der Bucht 

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