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Samstag, 13. Januar 2024

Chile: P. Montt, Pucón,

Weiter in Chile, Richtung Norden 

Von Porto Varas ging es nur ein kleines Stück Richtung Süden, noch einmal nach Porto Montt. Dort gaben wir den Leihwagen zurück.  Übernachtet haben wir in einem Hotel direkt an der zentralen Busstation. Den Tag verbrachten wir entspannt ohne große Anstrengung oder besondere Aktivitäten. Nur abends war es noch mal spannend, ob wir in dem feinen Restaurant, in dem wir beim letzten Besuch doppelt bezahlt hatten, unser Geld zurückbekommen würden. Markus hatte schon im Vorfeld regen E-Mail Kontakt mit dem Restaurant und mit seiner Bank. Aber es ging alles glatt, unser zweites Essen dort, wurde verrechnet …

Puerto Montt am Abend 

Am Morgen starteten wir früh mit einem Reisebus nach Temuku (350 km). Dort stiegen wir um und nahmen einen Bus nach Pucon. Das waren noch einmal 110 km. Schön war es wieder in Ruhe zu lesen, diesmal das erste Buch der Beatgeneration von Burroughs und  Kerouac (Michael) bzw. „Zen oder die Kunst sein Motorrad zu warten“ (Markus).

Pucón liegt etwa 110 km südöstlich von Temuco am Südufer des 176 km² großen und bis zu 165 m tiefen Lago Villarrica. Südlich der Stadt liegt der 2840 m ü. NN hohe, aktive Vulkan Villarrica. Das Klima ist gekennzeichnet durch regenreiche Winter, gelegentliche Schneefälle und gemäßigte Sommer. Der Tourismus ist neben der Fischerei und der Forstwirtschaft, die Haupteinnahmequelle der Region Pucón. Insbesondere der Lago Villarrica und der Vulkan Villarrica ziehen Touristen an. Zusätzlich gibt es noch Thermalquellen und die östlich des Sees liegenden Nationalparks, den Nationalpark Villarrica und den Nationalpark Huerquehue.


Ein lang gestreckter See auf der unteren Ebene des Park, Lago Tinquilco

Im Nationalpark Huerquehue
Ein Bustransfer von Pucon brachte uns innerhalb von 75 Minuten zum Ausgangspunkt des Parks. Dort wurde kontrolliert, ob wir schon online unseren Eintritt bezahlt hatten. Wir entschieden uns für den Wanderweg Los Lagos und nach einer kurzen Einweisung starteten wir. Wir benötigten 3 Stunden für die höher gelegenen Seen und waren einschließlich Pause nach 6 Stunden wieder am Ausgangspunkt zurück.

Ein Baumriese

Skurrile Baumformationen 

Diese bambusähnliche Pflanze findet man an vielen Stellen im Park.

Ein fantastischer Blick auf den aktive Vulkan Villarica und den langen See, an dem wir 2 Stunden vorher vorbei gewandert waren.

Nach dem Aufstieg am Lago Toro machten wir eine Rast, genossen die Ruhe und aßen unsere Käsebrötchen.

Am grünen See - Lago verde - stehen mehrere Araukarien. Diese gehören zu den ältesten Bäumen der Welt und wachsen vor allem in dieser Region gleichen Namens. Die chilenische Araukarie kann bis zu 40 Meter erreichen und uralt werden, angeblich bis zu 2000 Jahren (andere Quellen sagen 1000 Jahre). In Chile gilt für diese Baumart ein striktes Nutzungsverbot.


Eine Blüte der Scharlach-Fuchsie 

Hier zeigt sich der Schreiber dieses Blogs begeistert, ob der Schönheiten der Natur.

Zwei beeindruckende Wasserfälle konnte man nach ein paar 100 m vom Hauptweg abweichend erreichen.
Die Welt ist ein Dorf.
Gestern lernten wir auf dem Wanderweg im Park Pedro kennen, einen Mann aus Leon in Spanien, der viele Jahre in San Pedro de Atacama lebte. Wir unterhielten uns sehr gut während der Wanderung mit ihm, vor allem über deutsche Literatur. Wir trennten uns an den Seen und trafen ihn auch in dem Transfer Bus nicht wieder. Abends als wir in unserer Parterrewohnung das Abendessen vorbereiteten, sprach Pedro uns plötzlich an. Er stand vor unserer kleinen Terrasse und stellte sich ein Freund des Bruders unseres Vermieters vor. Spontan luden wir ihn zum Essen - draußen am großen Holztisch - ein und es gab schöne Gespräche über das Leben in Spanien, die Zeit in Chile und seine Pläne für die Zukunft. 
Heute haben wir uns Räder ausgeliehen und sind aus der Stadt heraus gefahren. An einer Kreuzung außerhalb der Stadt trafen wir auf eine Radfahrerin. Aha, auch eine Deutsche, aha auch aus Berlin, auch im Sabbathjahr, aha auch eine Lehrerin, auch aus Schöneberg. Zudem  unterrichtet sie Musik an einer Grundschule. Und sie ist noch begeisterte Musikerin und dirigiert einen Popchor. - Wir hatten einen netten Nachmittag zusammen, setzten gemeinsam die Radtour fort, spazierten zu einem Fluss und einen kleinen Wasserfall und fuhren dann zurück in die Stadt, um noch ein Bad im See zu nehmen. Abends haben wir Anja zum Essen eingeladen. Das war vielleicht eine Geschichte! 

Im privaten Naturschutzgebiet Cani Santuario
Dieses war ein Ausflug in einen Park mit außergewöhnlicher Vegetation.  
Wieder gab es einen Bustransfer von Pucon zum Ausgangspunkt der Wanderung. Mehrere junge, freakige Leute begrüßten uns beim Eingang des Parks und ein junge Frau erläuterte uns an einem Plan, was uns in diesem Park erwarten würde.
Zunächst hatten wir einen anstrengenden Aufstieg. Insgesamt sind wir an diesem Tag 1200 Höhenmeter aufgestiegen und haben eine Strecke von 20 km zurückgelegt. Den Aufstieg haben wir ohne viel Klagen geschafft, weil wir durch interessante Gespräche in Englisch und in Deutsch, die wir mit zwei jungen Frauen führten, abgelenkt waren. Agatha kam aus München und war Anästhesistin und sehr fit, und Lucy wohnte in London und hatte in Sheffield medizinisch-technische Assistentin studiert. Beide waren solo in Südamerika unterwegs und hatten sich im Hostel kennen gelernt. Da Lucy eine deutsche Mutter hatte, aber nicht so gut Deutsch sprach, wechselte das Gespräch häufig zwischen den Sprachen. Bei der Tour blieben wir die ganze Zeit als Gruppe zusammen. - Übrigens trafen wir bei der Wanderung Simon aus München wieder, den wir Silvester auf der Fähre kennen gelernt hatten

Am Beginn der Wanderung gibt es noch einige private Höfe, vermutlich stammen die Betreiber von den Mapuche ab, beziehungsweise gehören zur Volksgruppe der Mapuche.

Bevor das Gebiet  2004 zum geschützten Naturpark wurde, wurde dieses Areal, das jetzt zu einem Feuchtgebiet renaturiert ist, als Kuhweide genutzt.

Diese originellen Zeichen leiten einen durch den Park. Sie passen sich in Form und Farbe optimal in die Landschaft ein, ohne störend aufzufallen.

Sehr dicht wachsen die bambusähnlichen Pflanzen.

Der Park ist dominiert von sehr alten Baumriesen. Vier Baumarten dominieren: der Lenga-Baum, die Araukarien, der Coihue und der Palo Colorado.

Der Höhepunkt der Wanderung ist erreicht: ein fantastischer Rundumblick.

In der Ferne Pucon am Villarica-See

Der Kegel des Villarica-Vulkans im Hintergrund.

Vom Felsenplateau aus erkennt man bei freier Sicht drei Vulkane.

Vom obersten Punkt der Wanderung sieht man Pucon und den Villarica-See.


Nach einem Plateau mit kleinen Seen steigt man noch zu einem Aussichtsfelsen.

Hier beeindruckte der Schattenriss der Araukarien.

Der Park beherbergt viele verschiedene Vogelarten.

Die kleinen Seen auf der Hochebene sind vulkanischen Ursprungs. 

Eine abgestorbene Araukarie erinnert an das Skelett eines Sauriers.

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