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Donnerstag, 19. Oktober 2023

Auf dem Inca-Trail

 


Der erste Tag
Wer Machu Picchu auf authentischem Wege erreichen will, kann über den Inka-Pfad (Camino Inca) nach Machu Picchu gelangen, eine mehrtägige Wanderung über mehrere hohe Pässe.  Dabei betritt man Machu Picchu am Inti Punku (Sonnentor), das etwa 2 km entfernt von den Ruinen der Siedlung und ungefähr auf der Höhe des Gipfels des Huayna Picchu liegt.

Die Tour begann für uns um 4:00 Uhr morgens. Wir wurden vom Veranstalter aus unserem Hotel abgeholt. Zum Büro von TreXperience ging es quer durch die Stadt. Unsere Gruppe mit zwölf Personen und zwei Guides stieg anschließend in einen größeren Bus um und die Fahrt ging ca. 2 Stunden von Cusco bis zum Ort des Beginns der Wanderung, unterbrochen von einem Frühstück in einem Restaurant in Ollantaytambo.

Die Porter sind seit ein paar Jahren gewerkschaftlich organisiert. Sie werden allerdings von den jeweiligen Veranstalter unterschiedlich bezahlt. Die meisten Träger stammen aus der Region und sind Bauern. Die Sprache der Region ist Quechua. Die Verständigung mit den Touristen ist schwierig, da die wenigsten Porter Spanisch oder Englisch sprechen.

Das Tor zum Inka Trail. Hier werden die Pässe kontrolliert und die Anmeldung überprüft. Für die Sommersaison muss man sich für diese Wanderung schon Monate vorher anmelden. Guides und/oder Porter sind mittlerweile verpflichtend. Der Machu Picchu ist für den peruanischen Start eine große Einnahmequelle.

Vor dem Eingang des Inca Trails wurde das Gepäck gewogen und die Porter begannen mit ihrer Arbeit. Während die Wanderer einen Tages-Rucksack tragen, übernehmen die Porter bis zu 7 Kilo Gepäck von den Touristen. Das Gesamtgepäck der Porter darf mittlerweile 30 Kilo nicht überschreiten.

Blick von einer Brücke über den Rio Urubamba

Diese Kakteen gedeihen in einem warmen und trockenen Klima.

Die ersten 5 km verlaufen ohne größere Höhenunterschiede entlang des Rio Urabamba. Danach zweigt der Weg in das Cusichaca-Tal ab und wenig später werden die ersten Inka-Ruinen auf 2680 m erreicht. Auf dem nun leicht ansteigenden Weg bieten sich im weiteren Verlauf schöne Ausblicke auf die Cordillera Veronica. Nach 7 km wird mit Wayllabamba das letzte Dorf entlang des Inka Trails erreicht, in dessen Umgebung wir die erste Nacht verbrachten. 

Weitere Fotos vom ersten Tag.

Der Blick zurück

Dem Seitental werden wir nicht folgen.

Die Inkastätte Llactapata auf 2680 m

Llactapata, auf Quechua Llaqtapata ist eine Inkastadt in Peru.

Der Name leitet sich von den Quechua-Wörtern llaqta („Stadt“, „Dorf“) und pata („Terrasse“, „Stufe“, „auf“). Im Gegensatz zu Machu Picchu liegt Llactapata nicht auf einem Berggipfel, sondern direkt am Fluss UrubambaDie Außenmauern der Häuser stehen noch, die Stadt wurde während der spanischen Eroberung nicht zerstört. Während der Inka-Herrschaft lag die Stadt an einem strategisch wichtigen Punkt. Große Flächen der Stadt wurden als Anbauflächen genutzt. Angebaut wurden zumeist Kartoffeln und Mais. Aus dem Mais erzeugten die Inka auch die für rituelle Zwecke verwendete Chicha, ein alkoholisches und bierartiges Getränk. Die Inka-Festung Llactapata war an das gut ausgebaute Straßennetz im Inka-Reich angebunden.

Die Inkafestung Llactapata, Detailaufnahme

Nicht nur Wanderer, sondern auch Einheimische waren auf dem Pfad unterwegs. Waren des täglichen Bedarfs wurden zum Teil mit Eseln oder mit Pferden transportiert. Manchmal knatterte auch ein Motorrad vorbei.

 


Blick zurück auf das letzte Dorf. Dort war sogar eine Kneipe mit WLAN Anschluss.

Der zweite Tag:
Der Inkatrail verläuft am schwersten Tag der Wanderun westwärts und schraubt sich auf langen 9 km über steile Serpentinen zum Warmiwanusqua-Pass auf 4200 m, dem höchsten Punkt des gesamten Trecks. Auf 3750 Metern wird eine Hochfläche erreicht. Dort gibt es die letzten festen Toiletten und einige Einheimische bieten Getränke und Süßigkeiten an. Markus hat das leicht säuerliche Bier probiert.

Zwei Porter beim Aufstieg zum Pass

Der Blick zurück vom Passübergang zeigt den steilen Anstieg. Einige Träger der roten Gruppe ächzen noch den Berg hinauf.

Die Wandergruppe ist begeistert: der höchste Punkt des Trecks auf 4200 Metern ist erreicht. Abwärts geht es über Steinplatten.

 Nach dem „Pass der toten Frau“ erfolgt ein rund 3 km langer, steiler Abstieg auf grobem Pflaster und über Stufen zum Rio Pacaymayu, an dessen Ufer wir uns im Essenszelt stärkten und einige anschließend einen Kurzschlaf auf den ISO-Matten in der Sonne machten.
Der Abstieg vom Pass. Michael fragt sich, wo die Reisegruppe bleibt? Endlich mal ganz vorne!


Nach einem steilen, circa 30-minütigen Anstieg werden die Inka-Ruinen Runkuraqcay erreicht. Von dem Rundbau, der den Inka als Beobachtungspunkt und als Rastplatz diente, hat man einen sehr schönen Blick.

Die Inkastätte Runccurakay auf 3760 Metern 


Wenig später wird vorbei an kleineren Lagunen auf 3900 m Höhe der Pass Runccuray überquert. Ab hier verläuft die restliche Wegstrecke flach oder bergab dem Ziel entgegen. Eine gute Dreiviertelstunde nach dem Pass zweigt eine steile Treppe zur auf einem Bergvorsprung liegenden Festung Sayaqmarca (3580m) ab, ca. 60 m oberhalb des Wegs. 



Am Rande der Festung. Nebel steigen aus dem Tal auf.

Auf der anderen Bergseite war unser Campingplatz Chaquiaocha. Hier änderte sich die Vegetation.



Nach diesem unglaublich anstrengenden Tag waren wir nach einem reichhaltigen Abendessen im Gemeinschaftszelt ganz schnell in unseren Zelten verschwunden. Michael hatte den besten Schlaf seit Jahren, völlig fertig und total erschöpft.


Der dritte Tag:
Der Tag begann mit einem Morgenkreis: Porter, Guides, Köche und die Wanderer stellten sich gegenseitig vor. Die meisten Porter sprachen Chechua, was von unserem Guide Joyce übersetzt wurde.


Über ein interessantes Wegstück des Trails mit Steinplatten, Stufen und einem kleinen Tunnel gelangt man zur „Stadt über den Wolken“ Phuyupatamarca auf 3600 m. Immer noch sprudelt frisches Wasser aus einer Quelle am Eingang der Anlage, die mit ihren Terrassenfeldern der Versorgung der Festung diente.
 



Begeisterung pur!

Hunderte von Stufen führen steil bergab, die Temperaturen steigen merklich an. 
Wir erreichen auf 2840 m Intipata ebenfalls eine terrassenförmige Anlage zum Anbau verschiedener Gemüsearten und vor allem Getreide. Von der Plattform hat man eine fantastische Aussicht.




Die Terrassen von Intipata von unten betrachtet.

Nach Intipata  ging es weiter bergab zu dem letzten Übernachtungsplatz auf 2650 m.
Die sehenswerte Inkastätte Winaywayna dort ist ein Muss: Die Ruine schmiegt sich an den terrassierten Berghang. Wenige Minuten entfernt verteilen sich die kleinen Campingplätze am Berghang.
Laut unseres Führers dienten die Terrassen, dem Anbau verschiedener Gemüsearten. Es war eine Art botanisches Versuchsgelände. Hier fand man optimale Wetterlagen vor, um Wachstumsbedingungen verschiedener Pflanzen zu erforschen.


Die Ruinen der Wohnhäuser der Gärtner und Pflanzenforscher?

Beste Stimmung beim reichhaltigen Mahl auch mit exotischem Gemüse am letzten Abend. Das Geburtstagskind aus Chicago hatte hier bereits zur allgemeinen Überraschung eine Torte überreicht bekommen.

Der vierte Tag:

Um 3:00 Uhr war die Nachtruhe beendet und nach wenigen Metern begann das Warten an der Ticket-Kontrollstelle.  200 Wanderer warteten mit ihren Guides fast 2 Stunden bis zur Öffnung des Checkpoints. Der Grund liegt in einer fehlgeleiteten Politik: die Porter müssen den frühen Zug in Aguas Calientes bekommen. Die Touristentickets sind für sie unbezahlbar. Nach der Ticketkontrolle geht es für die Wanderer ca. eine Stunde an einem Berghang entlang in Richtung Sonnentor. 


Das Sonnentor war für uns eine ziemliche Enttäuschung, da es ein paar Mauern mit Öffnungen darstellt und nach unserem Guide eigentlich nur so genannt wird, um  romantische Assoziationen zu wecken.
Die Sonnentor Anlage: Mauern mit Öffnungen und mit wetterabhängiger Aussicht

Nur kurz war Machu Picchu zwischen den Wolken zu sehen.

 Der weitere Weg am Berghang entlang, eröffnete uns immer wieder Blicke auf die Gesamtanlage der Inkastätte Machu Picchu.  
Der Nebel aus dem Tal verzog sich bei steigenden Temperaturen. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir das Ziel dieser Reise erreicht. Flott ging es aufwärts zur Terrasse, um den Blick zu haben, von dem es gefühlte mehrere Million Fotos zu geben scheint. Unsere Gruppe fügte dieser Zahl garantiert einige 100 dazu. 
Der Anblick ist trotz allem überwältigend!

Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein. Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren. Die meisten Terrassen sind mit ihren in die Mauern eingebauten kleinen Wasserablauföffnungen und etwa 3000 Stufen ebenso bis heute erhalten, wie auch die Kanalverbindung von der außerhalb der Stadtanlage befindlichen Wasserquelle zu den kaskadenförmig gestaffelten Brunnenbecken, die Außenmauern der Tempel und die zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sie sind voll funktionsfähig und gegebenenfalls in den letzten Jahren nach und nach in inkatypischer Bauweise rekonstruiert worden.

In dieser Höhle wurden die Mumien adliger Vorfahren aufbewahrt, die bei religiösen Zeremonien herausgeholt wurden. 




Der Tempel des Kondor

Der Turm des Sonnentempel von außen.


Aguas Calientes, von dort geht es mit dem Zug nach Ollantaytambo. 

Aguas Calientes existiert eigentlich nur, weil es den Tourismus zu Machu Picchu gibt. In der engen Schlucht  drängen sich zahlreiche Hotels und Restaurants mit überhöhten Preisen. Von hier geht der Zug nach Ollantaytambo, die einzige Möglichkeit neben dem Inkatrail ins Sacred Valley und weiter nach Cusco zu kommen. Die Wandergruppen werden mit einem Bus vom Machu Picchu herunter gefahren, treffen sich in einem Restaurant in Aguas Calientes und nehmen dort ein frühes Mittagessen ein. Der Panorama-Zug fuhr am Nachmittag. 

Ungewöhnlich fanden wir das Show-Programm in unserem Zug-Abteil mit Folklore-Tanz und Modenschau und Verkauf. Bei fantastischen Ausblicken in die Schlucht und die umgebenden Gebirge hatten wir mit unserer Gruppe noch viel Spaß.

Auf dem Weg zum Bahnhof in Aguas Calientes

Später tanzte Michael mit dieser Figur zur allgemeinen Belustigung und das in schweren Wanderschuhen.



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