Translate

Montag, 11. März 2024

Pijao, Salento

 Pijao in der Kaffeeregion

Das Dorf Pijao liegt im grünen Tal zwischen den Anden und den Zentralkordilleren im Kaffeedreieck Kolumbiens. Mit dem Bus fährt man ca. eine Stunde ab Armenia. Das Dorf ist ruhig und wirkt sehr authentisch. Es liegt auf 1100 Metern Höhe. Die umgebenden Berge ziehen sich auf Höhen bis 3800 Meter. Bei unserer Ankunft am frühen Samstagabend wirkte das Dorf und die Szenerie am Hauptplatz wie die Kulisse  eines Films aus dem letzten Jahrhundert. Eine dörfliche Idylle mit alten und jungen Leuten, gesellig und überschaubar!

Blüten eines Bananenbaumes am Straßenrand 
Die Gegend um Pijao ist bekannt für eine hohe Bio-Diversität und den Kaffeeanbau. Im Dorf gibt es zumindest ein  Café, in dem der Kaffee in einer Zeremonie am Tisch bei 90 Grad aufgegossen wird. Man kann sich entscheiden zwischen zwei Sorten: Honig oder natürlich. Getrunken wird der Kaffee ohne Milch und ohne Zucker. Michael könnte auf den Geschmack kommen!
An unserem ersten Tag spazierten wir – es war ein Sonntag – von „unserer“ Finca in den Bergen ins Dorf. Dazu benötigten wir eine halbe Stunde. Wir suchten ein originelles Restaurant auf, das zur Hälfte als Museum eingerichtet war und eine Sammlung alltäglicher Gegenstände (Groschenromane, Schreibmaschinen) und zwei historische Wohnzimmer (50er Jahre ?) integrierte. Das Essen war sehr reichlich, ohne große Rafinesse und bis die  Forellenoption beinhaltete jedes Gericht Fleisch. 


Der ursprüngliche Kirchturm wurde 1999 beim Erdbeben zerstört und durch diese Variante ersetzt.

Aus Indien eingeführt: Kubus

Kaffeeplantage am Berghang

Früchte des Kaffeestrauchs 


Eine reiche Vogelwelt rund um die Finca. Ein Rotscheitel-Maskentyrann - nicht gefährdet

An „unserer“ Finca konnte man sich sehr gut aufhalten! Schwimmen im Pool, der ausreichend groß war, Sitzen im schönen Garten oder Lesen in einer der Hängematten auf der hölzernen Veranda mit Blick auf die grünen Berge und das Dorf . Und Unterhaltungen mit unseren Zimmernachbarn.


 Diego, der sympathische Vermieter und ehemalige Arzt aus Medellin führt uns in die Schlucht, die die Grenze seines Grundstücks bildet.  Zunächst geht ein paar 100 Meter durch die Kaffeepflanzungen und der Bananenstauden am Berghang entlang. Dann beginnt  der Abstieg in den dichten Dschungel. Diego will die Natur um das Haus herum so belassen, wie sie sich entwickelt. Ein schmaler, rutschiger Pfad führt hinunter an den Bach und den Wasserfall am Grunde der Schlucht.




Als wir Gäste der Finca waren, hielten sich dort noch vier weitere Gäste  auf: ein neu eingestiegener Lehrer (Ingenieur) aus Leipzig, seine Frau, die aus Kolumbien/Perreira stammt, ihr  fünfjähriger Junge sowie ein Baby. Mit diesen Menschen hatten wir relativ viel Kontakt, beim Frühstück und beim gemeinsamen Abendessen. Michael fuhr mit ihnen und einer Einheimischen aus dem Dorf zum Besuch von zwei Schulen, die weitab vom Dorf auf dem Lande bzw. weit ab in den Bergen lagen. 


Mit diesem Jeep wurden wir abgeholt und nach einem Einkauf von Farbstiften und Heften ging es in die Berge zu den Schulen.

In der ersten Schule, die wir besuchten, waren lediglich vier von sechs Schüler und Schülerinnen anwesend. Die Klasse machte einen guten Eindruck  und die Lehrerin wirkte engagiert. Gemeinsam mit den Kindern machten Daniel und ich ein Namens-Spiel und sangen ein deutsches Kinderlied.

Weit weg vom Dorf in den Bergen lag die zweite Schule, die wir besuchten.


In dieser Schule waren zwei Klassen. Die indigenen Kinder des Volksstammes der Embera Chami wurden separat unterrichtet und in ihrer Volkssprache unterrichtet.

In dieser Klasse war Spanisch die Unterrichtssprache. Die Kinder lernten von uns einige deutsche Redewendungen  und Michael sang mit ihnen ein Lied, mit dem man ein paar deutsche Wörter lernen konnte. 


Mittagessen in der Kantine der Schule

Salento

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Tourismus. Angebaut wird vor allem KaffeeÜber eine Million Touristen strömen pro Jahr in den Ort. Salento wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und ist Ausgangspunkt für Ausflüge zu Kaffeefarmen sowie in das Cocora-Tal, das für seine Landschaft bekannt ist, in der besonders die Quindio-Wachspalme vorkommt. 



Wir leisteten uns ein Appartement mit Küche und Balkon sowie Blick auf eine neue Siedlung und die Berge.

Die Calle Real

In Salento gibt es nicht die gelben Taxis, sondern die Willys, knallbunte Jeeps, die man benötigt, wenn man die Schotterstraßen in der Umgebung benutzen will.


Außerdem ist von Salento aus der Parque Nacional Natural Los Nevados zu erreichen, ein kolumbianischer Nationalpark, in dem schneebedeckte Berge der Anden liegen.

Das typische Essen Salentos ist Forelle aus dem Cocora-Tal, serviert auf dünnen Patacones. In Filandia aß ich (Michael) Forelle mit Kaffee-Soße. Allerdings ist der Geschmack des Fisches kaum noch wahrnehmbar, da der Kaffee so stark durch schmeckt.

Salento ist ein viel besuchtes Touristenziel. Der Bus von Armenia benötigt ungefähr eine Stunde. Salento hat die traditionelle Architektur der Kaffeezone Kolumbiens bewahrt. Im Zentrum liegt der Hauptplatz Plaza Bolívar mit der Kirche Nuestra Señora del Carmen. Von dem Platz geht die Calle Real ab, an der sich die meisten alten Häuser und viele Geschäfte befinden.

Die Mountainbike-Downhill-Tour







Der karibische Karakara oder Schopfkarakara






Unterwegs mit dem Guide Christian aus Salento.




Besuch der Luger-Kaffeefarm








Im Cocora-Tal 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bogota, letzte Station unserer Südamerika-Reise

  Bogota Höhenlage: Bogotá liegt auf einer Höhe von etwa 2.640 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit eine der höchstgelegenen Hauptst...