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| Die Fähre verlässt die Küste Uruguays. Letzter Blick auf das stimmungsvolle Colonia de Sacramento. |
Von Uruguay über Argentinien nach Kolumbien an einem TagDer große Sprung ist gemacht: Wir sind in dem letzten Land unserer Reise durch Südamerika angekommen.
Gestern sind wir von Colonia de Sacramento mit der Fähre zurück nach Buenos Aires. Wir erreichten die Stadt bei mehr als 35 Grad. Es waren noch ein paar Stunden zu überbrücken bis zum Abflug nach Kolumbien. Unternehmungen bei dieser Hitze und mit unserem Gepäck - unmöglich. Wir verbrachten die Zeit in einem Café im Stadtteil San Telmo. Da fast alle Café und Restaurants WiFi haben, konnten wir von dort ein Uber-Taxi bestellen, das uns zum innerstädtischen Flughafen brachte.
Die zwei Stunden, die wir vor Abflug ankamen, vergingen mit Anstehen in Reihen. Der Flug dauerte 6 Stunden und es war unbequem in den engen Sitzreihen. In Bogota angekommen, ging es gleich ins Hotel und am späten Morgen nach einem Malheur im Bad (!) von einer zentralen Busstation im Norden Bogotás mit einem Bus in ca. 3 Stunden in das schöne Städtchen Villa de Leyva.

Die Entstehung Villa de Leyvas reicht in die erste Zeit der spanischen Eroberung zurück. Sie wurde schon früh - 1954 - zum nationalen Denkmal ernannt und so von modernen Bauten wie Büro- und Wohnhochhäusern verschont. Deshalb gibt heute Villa de Leyva einen Eindruck von der Architektur und dem Ambiente der kolonialen Zeit wieder. Die nur einstöckigen Häuser mit ihren Ziegeldächern, die Kirche mit ihren massigen und niederen Türmen und das jahrhundertealte Kopfsteinpflaster der riesigen Plaza waren deshalb auch Kulisse für historische Filme. Werner Herzog drehte hier 1987 Teile des Films Cobra Verde mit Klaus Kinski. Zu Kolonialzeiten diente der Ort vor allem den spanischen Vizekönigen und Kolonialherren als Erholungsort.
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| Der riesige Platz ist nur mit diesem einfachen Brunnen bebaut. Er soll zu den größten Plätzen Südamerikas gehören. Das grobe Kopfsteinpflaster stammt im wesentlichen noch aus der spanischen Kolonialzeit. |
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| Die Zufahrtsstraßen zum Platz sind für den Autoverkehr gesperrt, so kann man die eindrucksvolle Größe dieses Platzes perfekt genießen. |
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| Blick aus der schlichten Kirche auf den Platz. |
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| In den Häusern links und rechts von der Kirche befinden sich Geschäfte. Vermutet man gar nicht, weil keinerlei Beschilderung oder Werbung an den Häusern angebracht ist. So hält sich der Eindruck einer Jahrhunderte alten Stadt. |
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| Das Portal der Schule von Villa de Leyla |
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| Mönchsfigur über dem Portal der Schule. |
Mit dem Fahrrad zum Convento del Santo Ecce Homo
Wir liehen uns am Hauptplatz Fahrräder aus und machten uns auf den Weg zum Fossil Museum. Als wir es erreicht hatten, schlossen die Damen gerade die Tür für eine zweistündige Mittagspause. So entschieden wir uns, noch ein paar Kilometer weiterzufahren, um ein Kloster zu besichtigen. Vom Museum aus, ging es eine Anhöhe hinauf und wir kamen ganz schön ins Schwitzen. Das Kloster und die Museumsräume hatten wir zur Mittagszeit fast für uns alleine.
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| Das Kloster wurde ab dem Jahr 1650 erbaut, nachdem der Großgrundbesitzer Juan de Mayorga den Dominikanerbrüdern ein Stück Land geschenkt hatte, mit dem Auftrag für ein Jesusbild eine Stätte zu errichten. |
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| Blick in eine Vitrine mit zahlreichen Heiligenfiguren. |
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| Der prächtige Altar der Kapelle |
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| Das Kloster war einmal eine Soldatenunterkunft, einmal eine Schule für die Kinder der Einheimischen. Fast völlig zerstört, wurde es in den 60er Jahren wieder aufgebaut. |
Von Villa de Leyla über San Gil nach Barichara Von Villa de Leyva ging es weiter nach Barichara, zu einer weiteren kolonialen Perle. Was auf der Karte wie eine 2-3 Stunden Fahrt aussah, entpuppte sich als siebenstündige Fahrt. Zunächst ging es mit einem Minibus zwei Stunden lang, vorwiegend über Schotterpisten, zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt, den wir zur Erheiterung der Busfahrer Acapulco nannten. Dort stiegen wir mit drei weiteren Touristen in einen etwas größeren Bus um, der uns nach San Gil fahren sollte.
Hatte ich bisher von den Fahrten in den Reisebussen mehr oder weniger geschwärmt, so war diese Fahrt so, wie man sie sich nicht wünscht. Die Straße geht durch grüne Landschaften, bergauf und bergab, kurvige Straßen. Zwischendurch werden kleinere Orte erreicht. Die Straße ist eng und die zentrale Verbindungsstraße durchs Inland in Richtung Küste, so dass sich der gesamte Schwerlastverkehr hier entlang bewegt. Unser Fahrer hatte wohl jahrelang Rennen auf dem Nürburgring gefahren und entsprechend war sein Fahrstil.
Permanentes Überholen und Losrasen, wenn die Straße frei war. Geschwindigkeitsbegrenzungen spielten überhaupt keine Rolle. Der Fahrer überholte vor einem Berg, kurz vor einer Kurve, mehrere Wagen hintereinander und auch vor einer Kurve an einem Hügel. Es war eine Horrorfahrt, die Michael nur in Anspannung verbracht hat. In San Gil angekommen, haben wir ein Taxi genommen, das uns in einer halbstündigen Fahrt, die wieder eine Raserei war, in den hübschen Bergort Barichara brachte.
Der Ort hat eine reiche Geschichte, die bis in die Kolonialzeit zurückreicht. Das Dorf wurde im Jahr 1705 gegründet und spielte eine bedeutende Rolle während der spanischen Kolonialherrschaft. Es wurde als Ausgangspunkt für Missionierungsaktivitäten und die Errichtung von Kirchen in der Region genutzt. Die koloniale Architektur, die Barichara prägt, wurde von spanischen Siedlern beeinflusst und spiegelt sich in den gut erhaltenen Gebäuden wider.
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| Abends erstrahlt die Kirche in vollem Lichterglanz. |
Siesta den ganzen Tag :
Den ersten Tag in Barichara verbrachte ich - Michael - mehr oder weniger im Bett, weil sich mal wieder ein Auge entzündet, vermutlich bei einer der Busfahrten und ich mir zudem eine Erkältung zugezogen hatte. Markus traute sich wegen der Hitze nur kurz in den Ort, um einzukaufen und genoss ansonsten die schöne Umgebung der weiten Landschaft und die Häuser der „Hazienda“ sowie die geschmackvoll gestalteten Zimmer. Vieles sieht ja aus wie in Süd-Spanien und auch das Wetter erinnert an einen Sommer in Benalmadena.
Tag zwei von meiner Erkältung verlief ähnlich. Wie gut, dass wir an so einem angenehmen Ort waren und medial und kommunikativ mit der ganzen Welt in Kontakt stehen.
Am dritten Tag fühlte ich - Michael - mich fitter und das Bett wurde um 6 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang verlassen und das Grundstück ohne Frühstück um 6.30 Uhr. Wir gingen bis an das nordöstliche Ende der kleinen Stadt und folgten dem beschilderten Weg des Camino Real. Es ging weitgehend bergab an einem Hang eines sehr weiten Tals entlang. Dicke braune Steinplatten und Steine waren zumeist der Untergrund des Weges. Kein einfaches Gehen! Aber wir liefen im Schatten des Berges, die Vögel zwitscherten und krächzten. Das Ziel das Dorf Guane war nach ca. zwei Stunden erreicht.
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| Morgens um sieben in Barichara |
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| Die ersten Strahlen der Sonne fallen auf dem oberen Teil des Dorfes Barichara. |
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| Markus auf dem Camino Real nach Guane. |
Einen Gang über den Dorfplatz, Stippvisite in der Kirche und dann gab es ein einfaches Frühstück in einem der kleinen Restaurants. Anschließend ein kurzer Weg zum Ausguck in das weite Tal und den Fluss und dann in den Kleinbus, der uns zurück nach Barichara brachte. Am Dorfplatz trafen wir Jürgen aus Wilmersdorf, der sich gleich in den Bus nach San Gil verabschiedete sowie Jan und Werner aus Aachen, mit denen wir uns zum Abendessen verabredeten.
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Die ausgeschilderte Wanderung beginnt in einem katholischen Land mit der Marienstatue.
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| Mein Lieblingsfoto dieses Tages: Guane oberhalb des Dorfplatzes |
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| Bäume am Hauptplatz von Guane und im Hintergrund die Kirche, die weit offen stand und besichtigt werden konnte. |
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| Ein selten gesehener Altar, der wirkt wie aus weißem Porzellan. |
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| Der Dorfplatz von Guane |
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| In der Umgebung findet man viele Fossilien. Mehrere Bewohner haben ihre Schätze im Garten ausgestellt und zum Verkauf angeboten. |
Von Barichara haben wir am Mittwoch einen Taxitransfer zurück nach San Gil genommen. Dort sind wir umgestiegen in einen Bus in die Großstadt Bucaramanga, von wo wir morgen einen Flug an die Karibikküste nach Cartagena gebucht haben.
In Bucaramanga haben wir eine Großstadt mit viel Verkehr, geschäftigem Straßenleben, riesigen Malls und kleinen Parks erlebt. Kulturelles „Highlight“ war der Besuch in dem Museum für moderne Kunst, das nur aus zwei kleinen Räumen und einem Skulpturengarten besteht.
Mit dem Taxi fuhren wir aus der Stadt heraus in Richtung Flughafen und hatten gerade ein Gespräch über den lockeren Umgang der Kolumbianer mit Verkehrsregel, als sich ein Motorradfahrer direkt vor dem Wagen niederlegte. Zum Glück war dem Fahrer nicht viel passiert, weil der Verkehr nur stockend vorankam. Markus sprang geistesgegenwärtig aus dem Wagen und unterstützte den Fahrer beim Aufstellen seines Fahrzeugs.
Der Flug nach Cartagena brauchte nur eine knappe Stunde und nach einer kurzen Taxifahrt waren wir in unserer Unterkunft im Stadtteil Getsemani.
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| Im Innenhof des Museums. Eine Ausstellung von Plakaten zur 400 Jahrfeier von Bucaramanga. |
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| Im Stadtpark gibt es auch eine Nackte von Botero. |
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| Bucharamanga ist eine verkehrsreiche Großstadt. |
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